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Norddeutschland Jenny Böken: Neue Klage abgewiesen
Nachrichten Norddeutschland Jenny Böken: Neue Klage abgewiesen
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02:14 15.09.2016
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Münster

Acht Jahre nach dem Tod der Bundeswehr-Kadettin Jenny Böken auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ hat das Oberverwaltungsgericht in Münster gestern eine Klage der Eltern auf Entschädigung zurückgewiesen. Nach einem rund zwölfstündigen Prozesstag sah es das Gericht am späten Abend als erwiesen an, dass Böken 2008 auf dem Segelschulschiff nicht unter „besonders lebensgefährlichen“ Umständen gestorben sei. Diese Feststellung wäre aber notwendig gewesen, damit den Eltern aus Geilenkirchen bei Aachen nach dem Soldatenversorgungsgesetz 20 000 Euro zugestanden hätten. (Az.: 1 A 2359/1).

Nach Auffassung des Gerichts lag nach messbaren Gesichtspunkten wie den Wetterbedingungen keine besondere Gefahr für die Besatzung vor. Während der Verhandlung hatten mehrere Zeugen erneut ihre Erinnerungen an den Unglücksabend geschildert. Nach deren übereinstimmenden Aussagen lag das Schiff am Abend des 3. September ruhig im Wasser, als Böken vorne auf der „Gorch Fock“ im Ausguck stand.

Das Schiff habe keine besondere Neigung gehabt. Widersprüche gab es lediglich bei den Aussagen zur Zeit der Übergabe. Eine Zeugin gab an, die Wache an dem Abend gegen 21.45 Uhr an Böken übergeben zu haben. Laut Polizeiprotokoll hatte sie dies vor acht Jahren anders geschildert. Demnach hatte Jenny Böken die Wache erst ungewöhnlich spät um 22.20 Uhr übernommen.

Die verunglückte Kadettin war nach Aussage einer damaligen Sanitäterin an Bord häufig im Lazarett gewesen. Noch am Tag, bevor die damals 18-Jährige im September 2008 während einer Nachtwache in die Nordsee stürzte, habe sie notiert, dass sie sich Sorgen um die junge Frau mache, sagte die 50-Jährige vor Gericht. Der im Anschluss befragte Schiffsarzt bestritt diese Darstellung allerdings. Die Sanitäterin habe ihm mitgeteilt, dass es der Kadettin wieder besser ging.

LN

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