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Jetzt auch in Deutschland mehrere Todesopfer wegen Sturm „Herwart“

Jade/Neubrandenburg Jetzt auch in Deutschland mehrere Todesopfer wegen Sturm „Herwart“

Schon wieder wütet ein Herbststurm über dem Norden. Die Küste wird von einer schweren Sturmflut getroffen, ein Camper stirbt im Wasser. In Mecklenburg-Vorpommern endet ein Bootsausflug tödlich.

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Die beiden 59 und 63 Jahre alten Brüder aus Nordrhein-Westfalen versuchten, sich zu Fuß vor den Wassermassen in Sicherheit zu bringen - der ältere konnte nur noch tot aus der Nordsee geborgen werden.

Quelle: Symbolbild LN-Archiv

Jade/Neubrandenburg. Sturm „Herwart“ ist über Norddeutschland hinweggefegt und hat mindestens einen Mann das Leben gekostet. Zwei Camper wurden in der Nacht zum Sonntag in ihrem Bulli am Jadebusen von der Sturmflut überrascht. Die beiden 59 und 63 Jahre alten Brüder aus Nordrhein-Westfalen versuchten, sich zu Fuß vor den Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Der jüngere konnte sich noch an einem Mast festklammern und wurde von einem DLRG-Schlauchboot gerettet, der ältere konnte jedoch nur noch tot aus der Nordsee geborgen werden.

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Die Männer hätten ein großes Warnschild mit der Aufschrift „Überflutungsgebiet“ ignoriert, sagte ein Polizeisprecher. Der Jadebusen ist eine Meeresbucht im Landkreis Wesermarsch.

Trotz Sturmwarnung waren drei Urlauber aus Sachsen mit einem Motorboot auf den Peenestrom, der zur Ostsee führt, hinausgefahren und gekentert. Rettungskräfte hatten eine Frau und einen Mann in der Nähe von Wolgast zunächst bergen können. Die 48-Jährige starb jedoch später im Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher in Neubrandenburg am Abend mitteilte. Die Suche nach einem dritten Passagier blieb nach Angaben der Beamten auch nach rund fünf Stunden erfolglos. Es kreise noch ein Hubschrauber über der Wasserfläche. Per Boot soll die Suche nach dem Mann soll am Montag fortgesetzt werden.

Die schwere Sturmflut traf die Nordseeküste mit Wucht. Am Emssperrwerk in Gandersum, in Bensersiel, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven wurde die Zwei-Meter-Marke übertroffen. Das Ausmaß der Zerstörung auf den Ostfriesischen Inseln sei noch unklar, teilte der Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN mit. Erst vor etwa drei Wochen hatte das zerstörerische Sturmtief „Xavier“ im Norden und Osten Deutschlands gewütet. Mindestens sieben Menschen starben damals.

Der Sturm „Herwart“ brachte auch den Bahnverkehr im Norden und Osten teilweise komplett zum Erliegen. Wichtige Strecken im Fernverkehr wie etwa Hannover-Bremen oder Hannover-Dortmund sollten erst am Montag wieder aufgenommen werden. Auch die Bahngesellschaften Nordwestbahn, Metronom, Erixx und Enno stellten den Zugverkehr auf zahlreichen Strecken ein. Im Norden seien Bäume auf Schienen und Oberleitungen gefallen, in einigen Regionen sei die Einstellung des Bahnverkehrs eine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Bahnsprecher in Berlin: „Für Reisende ist es besser, am Bahnhof zu sein, als auf der Strecke von einem Baum gestoppt zu werden.“

Die Feuerwehren waren am Wochenende im gesamten Norden im Dauereinsatz: Dächer wurden zum Beispiel im Landkreis Stade abgedeckt, Bauteile flogen herum, Flüsse traten über die Ufer. Im Landkreis Harburg stürzte ein Ast auf ein fahrendes Auto, der Fahrer wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. In Braunschweig gab es rund 50 Einsätze, ein Marathon wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Polizei im Landkreis Leer verzeichnete schon bis zum Mittag rund 85 Einsätze, der Landkreis Stade insgesamt 300. In der Region Hannover stürzten Bäume auf Häuser, Verletzte gab es nicht.

Im Oberharz und in Südniedersachsen wurden zahlreiche Straßen gesperrt, weil Bäume sie blockierten. Die Nationalparkverwaltung warnte vor dem Betreten der Wälder im Harz. „Aufgrund der aktuellen Sturmwirkungen sind zahlreiche Wanderwege zugeworfen und nicht zu betreten. Weitere Bäume sind beschädigt und es besteht Nachbruchgefahr“, hieß es. In Clausthal-Zellerfeld waren auch Wohnhäuser betroffen. In Altenau kippte ein Baum auf ein Wohnmobil und riss das darin schlafende Ehepaar unsanft aus dem Schlaf.

Wegen des Sturms konnten Fähren von der Nordseeküste zu den ostfriesischen Inseln nicht fahren. Urlauber saßen fest. Wegen des Feiertags am Dienstag sind derzeit viele Touristen im Norden unterwegs.

Gute Nachrichten gab es dagegen für die Besucher des Bremer Freimarkts. Das große Volksfest war am Samstagabend wetterbedingt geschlossen worden. Weil der Sturm nachgelassen hatte, konnten Fahrgeschäfte, Zelte und Verkaufsstände am Sonntagmittag für den letzten Veranstaltungstag allerdings wieder regulär öffnen.

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