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Norddeutschland Jugend fährt: Fahrlehrer wollen Führerschein ab 16
Nachrichten Norddeutschland Jugend fährt: Fahrlehrer wollen Führerschein ab 16
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22:10 14.01.2017
Geht es nach dem Fahrlehrerverband, sollen bald schon 16-Jährige hinter dem Steuer sitzen dürfen. Quelle: dpa
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Lübeck

„Wir würden es gut finden, wenn die Begleitphase länger wäre“, sagt der Landesvorsitzende Horst Walkenhorst. Denn sie dämpfe einige Risikofaktoren. So neigten junge Leute unter Gleichaltrigen eher dazu, am Steuer imponieren zu wollen. „Mit ihren Eltern lernen sie ein verantwortungsvolleres Verhalten“, sagt Walkenhorst.

46 787 Schleswig-Holsteiner haben nach Angaben des Tüv Nord 2015 den Führerschein der Klasse B gemacht, knapp die Hälfte davon nutzte das begleitete Fahren. In ländlichen Regionen sei die Quote deutlich höher als in den Städten, so Walkenhorst. Das Problem sei aber, dass viele Jugendliche das volle Jahr Begleitzeit nicht ausschöpften. „Im Durchschnitt dauert sie nur sechs bis sieben Monate.“ Mit dem Führerschein ab 16 hätten die jungen Leute einen größeren zeitlichen Spielraum, um die Fahrprüfung abzulegen.

Unterstützung für seinen Vorstoß bekommt der Fahrlehrerverband von Verkehrspolitikern im Norden. Die Einstiegsphase auf zwei Jahre zu verlängern, sollte in einem Modellversuch getestet werden, fordert Andreas Tietze von den Grünen. Das begleitete Fahren ab 17 habe sich gelohnt, „da die Unfallzahlen der Fahranfänger deutlich zurückgegangen sind“.

Das zeigen die Statistiken des Landespolizeiamts. Laut jüngstem Verkehrssicherheitsbericht wurden 2015 in Schleswig-Holstein 3218 Verkehrsunfälle von Fahrern im Alter von 18 bis 25 Jahren verursacht, im Jahr 2011 hatte die Zahl noch bei 3640 gelegen.

Junge Menschen könnten durch das zunächst begleitete Fahren zu einem verantwortungsvollen Fahrverhalten bewegt werden, sagt Christopher Vogt (FDP). „Das erhöht die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen ungemein.“ Ähnlich sieht das Kai Vogel. „Jeder, der Auto fährt, weiß, wie unsicher man noch zu Beginn am Steuer unterwegs war“, sagt der SPD-Politiker. Und auch die CDU steht laut Hans-Jörn Arp „der Prüfung einer möglichen Ausweitung auf das Eintrittsalter 16 Jahre offen gegenüber“.

Für Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ist der Führerschein mit 17 ein „bewährtes Erfolgsmodell“. Er sehe daher keinen Änderungsbedarf – zumal dafür auch erst einmal eine Neuregelung des EU-Rechts nötig wäre.

Was die Jugendlichen und der ADAC von der Idee halten, lesen Sie hier.

Janina Dietrich

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