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Norddeutschland Jugendliche stellen die Milliarden-Frage
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20:16 22.04.2017
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Lübeck

Wofür würden Sie eine Milliarde Euro verwenden? Drei Erstwähler aus Lübeck bombardierten die Kandidaten zur Landtagswahl mit Fragen. Kolja Schulze-Rohr vom Katharineum sowie Talim Ehring und Janes Behr (alle 17) vom Johanneum nahmen die Vertreter der Parteien unter die Lupe. Die Wahlentscheidung sei schwierig, räumt Kolja ein. „Die Parteien unterscheiden sich immer weniger voneinander.“ Janes hofft, dass ihm die LN-Matinee im Beichthaus Klarheit bringt. „Sonst entscheide ich am Wahltag spontan.“

Kleine Unterschiede zeigen sich schon bei der Eine-Milliarde-Euro- Frage – auch wenn alle Politiker das Geld für Kinder verwenden würden. „Ich würde dafür sorgen, dass der Begriff Kinderarmut aus dem Wortschatz verschwindet“, erklärt SPD-Parteichef Ralf Stegner. Monika Heinold, Spitzenkandidatin der Grünen, würde die Schulen sanieren. „Da gibt es einiges zu tun.“ CDU-Herausforderer Daniel Günther will den Unterrichtsausfall stoppen, FDP-Frontmann Wolfgang Kubicki das Geld in den Breitband-Ausbau stecken und die Schulen mit WLan ausstatten.

Die Schüler, die allesamt das Turbo-Abitur anstreben, sind mit der bestehenden G8-Variante ganz zufrieden. „Die große Mehrheit ist damit einverstanden“, berichtet Janes. „Warum also wollen Sie das wieder abschaffen“, fragt er Daniel Günther. „Es ist wichtig, dass man jungen Menschen genügend Zeit gibt, sich zu entwickeln“, antwortet der. Das sei mit G9 besser möglich. Talim beklagt, dass solche Entscheidungen getroffen würden, ohne die Betroffenen zu fragen. „Wie wollen Sie das ändern“, wird Kubicki gefragt. Er will die Gymnasien selbst entscheiden lassen, ob sie den schnellen oder den langsameren Weg zum Abitur nehmen wollen. „Ich weiß es doch nicht besser als diejenigen, die mit den Schülern arbeiten“, sagt er.

Auch die Homo-Ehe interessiert die 17-Jährigen. Ob das mit der CDU auf Bundesebene etwas werden könne, will Janes wissen. „Ich hoffe sehr, dass sich meine Partei der Position der CDU in Schleswig-Holstein anschließt“, meint Günther, selbst Befürworter der Homo-Ehe. Garantieren könne er das aber nicht. Stegner muss die Kostenlos-Kita verteidigen. „Am Ende zahlt ja doch der Steuerzahler“, meint Kolja. „Ist das also nur Show?“ „Keineswegs“, kontert Stegner. Bildung sollte kostenfrei sein – von der Krippe bis zum Meisterbrief. „Wir wollen die Eltern entlasten.“ Das sollte daher von allen Steuerzahlern bezahlt werden.

Am Ende sind die Jungwähler etwas enttäuscht. „Ich fand die Antworten zu lang“, bemängelt Kolja. „Es ging nur darum, untereinander auszuteilen“, meint auch Talim. „Das war Larifari“, sagt Janes, „es hätte alles direkter und kürzer beantwortet werden können.“ jup/cri

LN

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