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Norddeutschland Kammer kämpft gegen Skepsis
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20:40 25.09.2017
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Segeberg

„Ich frage mich, was die Kammer für mich leisten wird“, sagt Gabriele Mellmann gestern in Bad Segeberg. Seit 21 Jahren ist die gelernte Altenpflegerin in ihrem Beruf tätig. Für die verpflichtende Mitgliedschaft in der Pflegeberufekammer wird Mellmann einen Mitgliedsbeitrag zahlen müssen. Wie hoch der ausfallen wird, weiß sie noch nicht. Das sorgt bei ihr und vielen ihrer Kolleginnen und Kollegen für Skepsis gegenüber der Kammer.

Wirbt für die Kammer: Frank Vilsmann vom Errichtungsausschuss.

„Der Ärger ist eine verständliches Reaktion“ , sagt dazu Frank Vilsmeier, stellvertretender Vorsitzender des Errichtungsausschusses. In landesweiten Veranstaltungen für Pflegekräfte und deren Arbeitgeber versuchen er und seine Kollegen jetzt, die Bedenken zu zerstreuen. „Die Kammer ist gesetzlich dazu verpflichtet, den Beitrag lohnabhängig zu erheben“, erklärt Vilsmeier. In Rheinland-Pfalz, wo es bereits eine Pflegekammer gibt, liege der Monatsbeitrag bei einem Verdienst zwischen 2750 bis 4000 Euro Brutto bei 9, 80 Euro im Monat. Am Ende wird die Kammer über die Höhe des Beitrags entscheiden, Vilsmeier glaubt aber, dass er in Schleswig-Holstein geringer ausfallen wird.

Beschlossen wurde die Pflegeberufekammer von der ehemaligen SPD-geführten Landesregierung. Im März 2018 werden die 40 Mitglieder der Kammer für fünf Jahre gewählt. Für Frank Vliesmeier ist das längst überfällig: „In politischen Gremien können dann endlich Pflegekräfte mitreden und nicht nur die Verbände von Heimbetreibern.“ Neben der Gremienarbeit werden die Anerkennung der Berufsabschlüsse, die Berufs- und Weiterbildungsverordnung sowie die Formulierung ethischer Leitlinien zu den Aufgaben der Kammer gehören. Zudem kann sie statistische Erhebungen in Auftrag geben. „Bisher weiß niemand, wie viele Pflegekräfte im Land arbeiten“, sagt Vilsmeier. Und auch nicht, wie viel sie verdienen. „Eine frisch examinierte Pflegekraft bekommt zwischen 1800 und 2700 Euro Brutto“, sagt er. So groß sei die Schere. Eine Pflegeberufekammer könne Transparenz zu Lohn und Belastung der Fachkräfte schaffen.

Die Zahl der derzeit im Land tätigen Pflegekräfte wird sich dazu durch die Mitgliedschaft klären: 32000 Adressen von Beschäftigten besitzt der Errichtungsausschuss derzeit. Davon wurden bisher rund 18500 um Registrierung gebeten. Im Gegensatz zu einigen ihrer Kollegen findet Pflegewirtin Sabine Klein all das gut: „Pflegekräfte unterliegen Tag und Nacht einem Zeitdiktat. Das muss sich ändern und ohne politisches Mandat geht es nicht.“

LN

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