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Kampf gegen Unterrichtsausfall: Viel Kritik an Wendes Konzept

Kiel Kampf gegen Unterrichtsausfall: Viel Kritik an Wendes Konzept

BildungsministerinWara Wende will gegensteuern, doch die Opposition hält die Maßnahmen für unzureichend.

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Vertretungslehrer, die sich für die „Feuerwehr“ gegen Unterrichtsausfall bewerben, sollen in Zukunft sofort verbeamtet werden, sieht der Plan von Bildungsministerin Wara Wende vor.

Quelle: dpa

Kiel. Klassen, die bei Erkrankung eines Lehrers zusammengelegt werden, Beschäftigungstherapie statt Vertretungsunterricht, Fachunterricht, der wegen Fachlehrermangels gar nicht erst erteilt wird: Seit Jahren stöhnen Eltern von Schulkindern über Unterrichtsausfall. Trotzdem nahm die neue SPD- Grünen-SSW-Landesregierung die Verdoppelung des Vertretungsfonds durch die schwarz-gelbe Vorgängerregierung wieder zurück. Jetzt will sie doch gegensteuern, neun Millionen Euro für Extra-Lehrer ausgeben und den Vertretungs-Pool zu einer „mobilen Vertretungsfeuerwehr“ ausbauen.

Gestern hat Bildungsministerin Wara Wende das Konzept vorgestellt. Man wolle sich den Unterrichtsausfall nicht mehr leisten. Er soll ab Februar mit einem neuen Computerprogramm ordentlich erfasst werden, ein altes ermittle zum Beispiel nicht, warum Stunden ausfallen, ob durch Klassenfahrt oder durch die Erkrankung von Lehrern. 80 Vertretungslehrer, die sich für die „Feuerwehr“ bewerben, sollen künftig sofort verbeamtet werden — bezahlt wird das mit Geld aus dem Vertretungsfonds selber. Pensionäre sollen als „ausgewählte Senior-Lehrkräfte“ gegen Bezahlung Vertetungsstunden übernehmen. 120 eigentlich zur Streichung vorgesehene Lehrerstellen sollen doch noch bis zu vier Jahre erhalten bleiben, um Nachwuchslehrer, vor allem auch in Mangelfächern wie Mathe und Physik, mit einem Stellenangebot im Land zu halten.

Opposition und Lehrergewerkschaft GEW üben harsche Kritik. „Frau Wende schickt ihre ,Feuerwehr‘ zu einem selbst gelegten Brand“, sagt die CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen. Sie habe schließlich selber die Mittel für den Vertretungsfonds zusammengestrichen. 24 Millionen Euro hatten CDU und FDP eingeplant, allein 2012 seien von den Schulen 16,2 Millionen Euro abgefordert worden. 2013 stünden nur zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Ministeriums-Experten gestanden gestern in Kiel zu, dass die Mittel zumindest in den Grund- und Gemeinschaftsschulen auch künftig nicht ausreichen werden. In der Regel werden diesen Schulen erst nach drei Wochen Vertretungslehrer gestellt. Franzen: „Eine Feuerwehr, die nach drei Wochen kommt, nützt nichts.“ „Viel zu wenig, viel zu spät“, sagt auch die FDP-Politikerin Anita Klahn. Die dauerhafte Beschäftigung als Vertretungslehrer werde für Lehrkräfte auch weiter unattraktiv sein. Fachkräfte in Mangelfächern werde es dafür kaum geben. Die Bildungsministerin spendiere den Schulen an Halloween Süßes, so GEW-Chef Matthias Heidn. 200 jungen Lehrern biete sich eine feste berufliche Perspektive, „das finden wir gut.“ Schlecht bleibe, dass die personelle Ausstattung der Schulen auch in Zukunft „hinten und vorne nicht reichen wird“. Wende selber hatte 2012 erklärt, an den Schulen fehlten 1250 Lehrerstellen. Im Süden des Landes findet ihr Ministerium selbst für die bestehenden schon jetzt nicht mehr genug Bewerber.

Ministerin sagt Treffen ab
Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) ärgert sich über Wara Wende. Die Bildungsministerin habe einen Gesprächswunsch „überraschend einsilbig“ abgelehnt.

„Eine derartige Brüskierung gab‘s noch nie“, sagte die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius. In dem Gespräch sollte es nach Wunsch der IVL um das neue Schulgesetz gehen.

Wolfram Hammer

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Von Wolfram Hammer

Wer Bildung wirklich verbessern will, muss vor allem erst mal dafür sorgen, dass genug gut ausgebildete Lehrer in die Schulen kommen und der Unterrichtsausfall aufhört.

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