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Karpfen ist der Liebling von Greenpeace

Reinfeld Karpfen ist der Liebling von Greenpeace

Umweltorganisation empfiehlt Verzehr — Fischwirtschaft kritisiert Einschätzung — Züchter erfreut.

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Beim Umsetzen in ein anderes Becken begutachtet Züchter Alfred Wenskus stolz seinen Karpfen.

Quelle: Fotos: Neelsen

Hamburg. Beim Fischkauf sollten Verbraucher laut Greenpeace sehr genau hinschauen. Die Umweltorganisation empfiehlt in ihrem aktuellen Ratgeber nur den Karpfen uneingeschränkt zum Verzehr. Darüber freuen sich vor allem die Karpfen-Züchter aus dem Norden, wo die Zucht eine lange Tradition hat. Und besonders Fischzüchter Alfred Wenskus aus der Karpfenstadt Reinfeld. „Die Mühe und Arbeit wird mit der Empfehlung bestätigt. Karpfen ist ein toller Fisch“, sagt der 63-Jährige.

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Beim Umsetzen in ein anderes Becken begutachtet Züchter Alfred Wenskus stolz seinen Karpfen.

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Seit neun Jahren züchtet er Karpfen in 13 Teichen in der Region. Der Stammsitz der Teichwirtschaft ist am Herrenteich in Reinfeld. Bei Wenskus haben die Tiere noch Platz zum Wachsen. „Unsere Besatzzahlen pro Hektar sind weit unter der Biorichtlinie. Wir produzieren nur so viele Karpfen, wie wir in der Region verkaufen.“ Auf seinem Gütezeichen-Betrieb haben die Fische auch die Möglichkeit, langsam heranzuwachsen. „Wir wollen das hier in Ruhe machen“, sagt Wenskus, der seine Tiere zum Teil selbst aufzieht. Den Rest kauft er aus einer kontrollierten Anlage aus der Oberpfalz hinzu. Bis zum Fang ernähren sich die Fische von Plankton und wühlen am Grund nach Bodentieren wie Krebsen.

Aufgrund ihrer Fressgewohnheiten haben Karpfen oft einen schlechten Ruf. „Karpfen sind verpönt wegen ihres moderigen Geschmacks“, erklärt der Züchter. Deshalb achten viele Betriebe darauf, die Karpfen „abschwimmen“ zu lassen. Auch bei Wenskus kommen die Fische nach dem Fang in sauberes Brunnenwasser.

Einmal im Jahr wird abgefischt. Der Saisonstart Anfang September ist ein Spektakel in der Karpfenstadt, in der das Wappentier erstmals 1180 Erwähnung fand, als Mönche im damaligen „Reynevelde“

Karpfenteiche anlegten. In den 50er Jahren gab es zu Ehren des Speisefisches große Festumzüge durch die Stadt. Mittlerweile geht‘s ein wenig ruhiger zu. Karfreitag ist die Saison zu Ende.

Mit einem Gewicht von 1,5 bis fünf Kilogramm kommen die Karpfen in den Verkauf. Bei Wenskus werden die Tiere bis zu fünf Jahre alt. In der freien Wildbahn können sie bis zu 30 Jahre alt und bis zu 40 Kilogramm schwer werden.

Auf gute Fang- und Zuchtmethoden sollen laut Greenpeace die Verbraucher achten, weil viele Methoden der Umwelt erheblich schaden. „Um eine umweltbewusste Wahl zu treffen, reicht der Blick auf die Fischart allein nicht aus“, erklärte Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner. Viele Bestände seien überfischt.

Hering und Wels seien für Greenpeace „überwiegend vertretbar“. Bei Lachs und Thunfisch sind im Ratgeber „vertretbare Ausnahmen“ zu finden. Von manchen Fischarten wie Aal, Makrele und Rotbarsch sollen Verbraucher die Finger lassen.

Die Fischwirtschaft kritisierte die Einschätzungen scharf, sie seien „realitätsfern“, sagt Matthias Keller vom Fisch-Informationszentrum (FIZ). Lorenz Marckwardt, Vorstand des Fischereiverbandes Schleswig-Holstein, hält Greenpeace für „nicht ganz klug im Kopf“. Wozu gäbe es denn die Nachhaltigkeitssiegel der Organisation Marine Stewardship Council (MSC)? Aus seiner Sicht werden positive Entwicklungen nicht berücksichtigt. Viele Bestände entwickeln sich hervorragend. Für den Hering gebe es dieses Jahr 18 Prozent Fangquotenerhöhung.

Alfred Wenskus fängt nur so viel Karpfen wie nötig. Er ist sicher, dass auf nachhaltige Bewirtschaftung geachtet wird. „Ich finde es schön, dass sich viele Fischer aufs schonende Fischen besinnen.

Wir leben ja schließlich davon.“

So lecker ist der Fisch

1,1 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte kommen laut Fischinformationszentrum jährlich in Deutschland auf den Teller. Damit der Karpfen besonders gut schmeckt, hier ein Rezept zum Nachkochen:


Gebackene Karpfen-Chips: 300 Gramm Filet in dünne Streifen schneiden, würzen und in Semmelmehl wenden. In einer Fritteuse oder einem Fettbad knusprig ausbacken. Tipp von Alfred Wenskus: Zu den Chips Preiselbeer-Sahne-Meerrettich und Roggen-Vollkorn-Toast reichen.

Beke Zill

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