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Norddeutschland Katamaran befreit Schlei von Plastik
Nachrichten Norddeutschland Katamaran befreit Schlei von Plastik
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21:16 16.04.2018
Der Katamaran der Stadtwerke fährt in Schleswig ein. Quelle: Foto: A. Heimken/dpa
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Schleswig

Mit einem extra angefertigten Katamaran mit Siebvorrichtung reinigen die Schleswiger Stadtwerke seit gestern die Schlei von Plastikpartikeln, die über die Kläranlage in den Meeresarm gelangt sind. Zwischen den Rümpfen sind Siebe angebracht, die die Kunststoffteilchen aus dem Wasser filtern und Müll abfischen. Es liege eine große Menge an Plastikmüll an den Ufern, „die wir im Selbstverständnis unseres Unternehmens mit aufräumen“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke, Wolfgang Schoofs. Das Schiff soll in den Sommermonaten täglich im Einsatz sein.

Die Plastikteile stammen aus geschredderten Speiseresten, die dem Faulschlamm zugemischt wurden, um Energie zu gewinnen. Diese Zufuhr wurde inzwischen eingestellt. Insgesamt seien von November 2016 bis Anfang Februar dieses Jahres 488 Kilogramm zerkleinerte Kunststoffe in den Lebensmittelresten mitgeliefert worden, sagte Schoofs. Der Großteil sei bereits in der Kläranlage herausgefiltert worden. Seit Februar haben die Stadtwerke die Annahme der verunreinigten Speisereste gestoppt. Die Belastung der Kläranlage mit Kunststoffpartikeln nehme daher sukzessive ab, sagte Schoofs.

Auch die Uferbereiche werden weiter abgesucht und gereinigt. Ungefähr 150 Tonnen an organischer Substanz, an denen Kunststoffpartikel anhafteten, seien mittlerweile entsorgt worden. Schoofs zeigte sich zuversichtlich, das Problem in den Griff zu bekommen. „Ich glaube, wir werden Herr der Dinge.“ Jetzt, während der Brutzeit, werden die Stadtwerkemitarbeiter von Biologen in den sensiblen Uferregionen in Schutzgebieten begleitet.

Morgen ist die Verunreinigung der Schlei mit Plastikteilchen Thema im Umweltausschuss des Landtags. Auf Antrag der SPD soll die Landesregierung einen Bericht über den Sachstand abgeben. Zudem soll sie erklären, ob weitere Klärwerke und Gewässer in Schleswig-Holstein betroffen sind.

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hatte kritisiert, dass überhaupt Lebensmittel in Plastik entsorgt werden anstatt vorher von den Verpackungen getrennt zu werden. Bisher erlaubt die Bioabfallverordnung bis zu 0,5 Prozent Kunststoffanteile im Material.

LN

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