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Norddeutschland Keine Gehaltserhöhung für Grundschullehrer
Nachrichten Norddeutschland Keine Gehaltserhöhung für Grundschullehrer
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23:19 14.10.2015
Britta Ernst (SPD). Quelle: dpa
Kiel

Grundschullehrer werden in Schleswig-Holstein auch künftig nur nach A12 besoldet und damit um einige Hundert Euro schlechter als A-13-Lehrer in Gemeinschaftsschulen.

Darauf haben sich SPD, Grüne und SSW sowie SPD-Bildungsministerin Britta Ernst gestern im Landtag festgelegt.

CDU, FDP und Piraten warfen der Regierungskoalition daraufhin den Bruch von Wahlversprechen vor. Die Koalitionäre hätten dem Land den Einheitslehrer versprochen. Nach einer Studien-Reform müssten die neuen reinen Grundschullehrer jetzt zwar auch so lange studieren wie ihre Kollegen, die später in der Sekundarstufe I unterrichten, würden aber weiterhin schlechter bezahlt, klagte die CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen. Das sei „Mumpitz“ und „eine Schande für eine sozialdemokratisch geführte Regierung“, schimpfte Pirat Sven Krumbeck.

Auch Bernd Schauer, Geschäftsführer der Lehrergewerkschaft GEW, ist sauer. In Kürze werde die Landesregierung beim „Equal Pay Day“ die Wirtschaft wieder lautstark auffordern, allen, Männern und Frauen, für die gleiche Arbeit gleichen Lohn zu zahlen. Da, wo sie es selber könnte, tut sie es aber nicht — in der Grundschule arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen. Nur die künftigen Sekundarstufenlehrer werden die höhere Besoldungsstufe A13 bekommen — und 2000 altgediente „Grund- und Hauptschullehrer“, die nach Abschaffung der Hauptschulen heute in der Sekundarstufe I der Gemeinschaftsschulen unterrichten. Diese allerdings auch erst nach einer „Fortbildung“.

Mehrkosten fürs Land: 30 Millionen Euro pro Jahr. Die höhere Besoldung auch für 8000 Grundschullehrer hätte noch einmal so viel gekostet. Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat vertröstete sie: „Wir würden das gerne wollen, wir können das aber momentan nicht.“

wh

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