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Kiel: Polizei findet Fotos der Opfer

Kiel Kiel: Polizei findet Fotos der Opfer

Auf den Handys der afghanischen Flüchtlinge, die im Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ drei Mädchen bedroht und belästigt haben sollen, haben Polizeiexperten Fotos der Opfer gefunden.

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Quelle: dpa

Kiel. Auf den Handys der afghanischen Flüchtlinge, die im Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ drei Mädchen bedroht und belästigt haben sollen, haben Polizeiexperten Fotos der Opfer gefunden. Jetzt müsse gerichtsfest geklärt werden, wo die Fotos aufgenommen wurden, sagte der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt gestern in Kiel nach einer Sitzung des Innen- und Rechtsausschusses des Landtags. Möglicherweise könnten die Bilder auch von Facebook-Seiten der Mädchen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren stammen.

Zusammen mit Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler informierte Gutt den Ausschuss über das Geschehen, das von Polizei und Medien zunächst teils unterschiedlich dargestellt worden war. Gutt bedauerte, dass die Polizei in einer Stresssituation einen Fehler in ihrer Öffentlichkeitsarbeit gemacht habe. So habe es im Gegensatz zu ersten Angaben später fälschlicherweise geheißen, es gebe keine Bilder auf den Handys. „Das tut uns leid, das ist passiert.“ Gutt betonte, die Polizei wolle — gerade nach den Vorfällen Silvester in Köln und Hamburg — offensiv und proaktiv über Vorfälle informieren, um nicht in den Verdacht der Verschleierung zu geraten. Dadurch könne es aber leichter zu Fehlern kommen. So wäre es besser gewesen, wenn in der ersten Pressemitteilung am Freitag der Konjunktiv benutzt worden wäre. In der Mitteilung hieß es als Tatsachenfeststellung, drei weibliche Jugendliche seien „durch zuerst zwei männliche Afghanen im Alter von 19 und 26 Jahren beobachtet, verfolgt und schließlich mit Mobiltelefonen in einem Restaurantbereich im Sophienhof fotografiert beziehungsweise gefilmt“ worden.

Als Haupttäter gelten nach Angaben der Polizei zwei 19 und 26 Jahre alte Asylbewerber aus Afghanistan. Neben den beiden Männern waren nach den Vorfällen aber auch zwei weitere Afghanen festgenommen worden. Die Verdächtigen sind wieder auf freiem Fuß. Mehr als 20 weitere Männer standen um das Geschehen herum. Auch aus diesem Kreis gab es nach Gutts Angaben sexistische Gesten.

Einmütig lobten Abgeordnete im Ausschuss die Arbeit der Polizei und den Bericht von Gutt. Der Grünen-Abgeordnete Burkhard Peters bezeichnete den Fall „Sophienhof“ als Lehrstück. Spätestens seit Köln sei die Polizei in einer Dilemma-Situation, wann und wie sie die Öffentlichkeit informieren solle.

LN

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