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Norddeutschland Kiel fürchtet zweite Krankheitswelle
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21:14 24.01.2017
Nahe der betroffenen Geflügelzucht in Steinburg ist die Straße abgesperrt worden. Quelle: Foto: Carsten Rehder/dpa, Ddp
Kiel

Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in einer neuen Variante bei Zuchttieren befürchtet Landwirtschaftsminister Robert Habeck eine zweite Seuchenwelle.

„In den USA gab es 2014/15 während der Geflügelpest ein verändertes Virus“, sagte der Grünen-Politiker. Ausgehend davon sei es zu einer zweite Welle von Ausbrüchen gekommen. „Meine Sorge ist, dass es auch hier eine neue Welle geben kann“, sagte Habeck. „Wir müssen die Entwicklung genau beobachten und die Tierseuche konsequent bekämpfen.“

Unterdessen laufen im betroffenen Kreis Steinburg die Gegenmaßnahmen auf Hochtouren. „Wir ziehen zusätzliche Tierärzte heran, um umfangreiche Beprobungen auch in weiteren Betrieben im Sperrgebiet vorzunehmen“, sagte Landrat Torsten Wendt. Bisher haben Experten für zwei Haltungen eines Betriebes in Süderau mit insgesamt 18 400 Puten den sehr aggressiven Erreger des Subtyps H5N5 nachgewiesen.

Nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist mit dieser Variante genauso umzugehen wie mit dem bisher aufgetretenen und ebenfalls hochpathogenen Subtyp H5N8.

Für die zweite Haltung in Süderau hat mittlerweile auch das FLI die Variante H5N5 bestätigt, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Zuvor hatte schon das Landeslabor diesen Subtyp erstmals in einem Hausgeflügelbestand in Europa analysiert. Bisher waren davon nur Wildvögel betroffen. Übertragungen auf den Menschen sind bislang nicht bekannt.

Aus der ersten Haltung des Betriebes in Süderau sind mittlerweile alle Puten getötet worden, die noch nicht an der Seuche gestorben waren. Von 3400 Tieren waren die ersten am Sonnabend verendet, binnen 48 Stunden war mehr als die Hälfte des Bestandes tot. Die Tötung der noch nicht an dem Virus gestorbenen Puten aus dem zweiten Bestand mit 15 000 Tieren ist gestern angelaufen. Aber auch in diesem Stall waren viele Puten schon verendet. In zwei weiteren Haltungen des Betriebes wurde das Virus bisher nicht festgestellt. Der Betrieb bleibt abgesperrt.

Die Herkunft des Geflügelpestvirus H5N5 ist den FLI- Wissenschaftlern noch unbekannt. Er sei dem bisher grassierenden Virus H5N8 sehr ähnlich, sagte Institutssprecherin Elke Reinking. „Beides sind hochpathogene Viren.“ Bei der neuen Variante handle es sich wahrscheinlich um ein Mischvirus auf der Basis von H5N8.

LN

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