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Norddeutschland Kiel kämpft gegen die Plastiktüten
Nachrichten Norddeutschland Kiel kämpft gegen die Plastiktüten
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20:10 19.09.2014
„Wir sollten das aufgreifen und diskutieren.“ Silke Mählenhoff, Abgeordnete der Grünen in der Lübecker Bürgerschaft
Kiel

soll als erste Stadt in Schleswig-Holstein plastiktüten- frei werden. Die Verwendung von Plastikverpackungen soll gleichzeitig deutlich reduziert werden. Das hat die Ratsversammlung der Fördestadt am Donnerstagsabend beschlossen. Nur die CDU enthielt sich bei der Abstimmung.

An einem Runden Tisch sollen schon bald alle Beteiligten wie der Einzelhandelsverband, einzelne Interessengemeinschaften von Händlern, der Förderkreis Kieler Altstadt, die Wochenmärkte oder die Verbraucherzentrale zusammenkommen, um „die Möglichkeiten eines freiwilligen vollkommenen Verzichts auf Plastiktüten und weitgehendem Verzicht auf Plastikverpackung zu erörtern“, heißt es in dem Beschluss des Kieler Rates. Auch die Ratsfraktionen sollen einbezogen werden. Der Innen- und Umweltausschuss und der Wirtschaftsausschuss sollen das Projekt eng begleiten.

In der Hansestadt Lübeck gibt es eine solche Initiative in der Bürgerschaft bislang noch nicht. Das könnte sich bald ändern. „Wir sollten das aufgreifen und diskutieren“, sagt die Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Silke Mählenhoff. Auch Olivia Kempke vom Lübeck-Management hält ein solches Projekt für „vorstellbar“. Konkrete Überlegungen dazu gebe es in der Stadt aber ihres Wissens noch nicht.

Bislang nutzt jeder Bundesbürger nach Angaben der Statistiker pro Jahr immer noch 71 Plastiktüten. Sie tragen erheblich zur Umweltverschmutzung mit Kunststoffen bei. Nach Angaben von Umweltverbänden gelangen weltweit pro Jahr 7,5 Millionen Tonnen Plastik in die Weltmeere. Der dort treibende Plastikmüll wird durch Wellenbewegungen und UV-Licht langsam aber sicher zerkleinert. An die Kleinst-Teilchen lagern sich Giftstoffe wie zum Beispiel das krebsverursachende DDT an. Die Teilchen samt Gift werden von Plankton aufgenommen und steigen in der Nahrungskette immer weiter auf. So gelangt der Plastikmüll mit den anlagernden Giftstoffen schließlich über aus dem Meer gewonnene Lebensmittel zum Menschen zurück.

Seit Jahren schon gibt es in verschiedenen Städten Initiativen, Plastiktüten aus den Einkaufsläden und Haushalten zu verbannen. In Italien und der Schweiz zum Beispiel sind sie bereits verboten. Auch einige außereuropäische Länder haben ein entsprechendes Verbot erlassen oder untersagen es den Händlern zumindest, Plastiktüten umsonst abzugeben. In den USA war San Francisco 2007 die erste Stadt, die Kunststofftüten per Stadtratsbeschluss verboten hat — ohne Runden Tisch und mit nur sechs Monaten Vorlaufzeit. Dort sind nur noch Tüten aus Stoff, Papier oder anderen abbaubaren Produkten erlaubt.

Wolfram Hammer

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