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Norddeutschland Kieler Koalition schafft den Gymnasiallehrer ab
Nachrichten Norddeutschland Kieler Koalition schafft den Gymnasiallehrer ab
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21:17 12.09.2013

Schleswig-Holstein krempelt die Lehrerausbildung um. Das Gymnasiallehramt wird abgeschafft. Stattdessen gibt es Sekundarstufenlehrer, die sowohl an Gymnasien als auch an Gemeinschaftsschulen unterrichten können. SPD, Grüne und SSW hatten sich die Reform im Koalitionsvertrag vorgenommen. Gestern hat Bildungsministerin Wara Wende das Konzept in Kiel vorgelegt.

Im Sommer 2014 sollen die neuen Studiengänge starten. Und sie sollen deutlich praxisnäher werden. Es wird mehr Praktika geben, alle Studenten sollen auf die Inklusion, das gemeinsame Unterrichten behinderter und nicht-behinderter Schüler, vorbereitet werden. An der Uni Kiel, die bislang nur Gymnasiallehrer ausbildet, wird künftig deutlich mehr Didaktik vermittelt. Hier können die Studenten das Lehramt für die Sekundarstufe I (bis Klasse 10) oder die Sekundarstufen I und II studieren. Die Uni Flensburg, bislang für die Ausbildung von Grund- und Haupt- sowie Realschullehrern zuständig, konzentriert sich auf die Ausbildung von Lehrern für die Gemeinschaftsschulen. Weil in Flensburg keine neuen Institute aufgebaut werden sollen, können dort für die Sekundarstufe II nur die Fächer Deutsch, Mathe, Englisch, Spanisch, Dänisch, Geschichte und Wirtschaft/Politik studiert werden.

Eine Reform des Studiums der Sonderschullehrer will Wende innerhalb der nächsten sechs Monate anschieben. Fest steht bereits, dass die Grundschullehrer künftig in einem eigenen Studiengang in Flensburg ausgebildet werden. Ihr Studium soll mindestens zehn Semester, also fünf Jahre, dauern. Alle Absolventen sollen eine Basisqualifikation in Deutsch und Mathe erhalten, außerdem in Diagnostik, Medien und Deutsch als Fremdsprache geschult werden.

Die neue Ausbildung lässt sich die Regierung Einiges kosten. Der Jahresetat der Uni Kiel steigt um 900 000 Euro, der in Flensburg um 500 000 und in Lübeck um 400 000 Euro. Finanziert wird das bis 2018 erst einmal aus nicht aufgebrachten Mitteln einer Exzellenz-Initiative. Richtig teuer könnte es fürs Land werden, wenn auch Grundschul- und Gemeinschaftsschullehrer wegen des längeren Studiums künftig nach A 13 statt A 12 besoldet werden müssen. Man sei in Gesprächen, sagt Wende dazu nur. Mit wem und wie teuer genau es werden könnte, sagt sie nicht.

wh

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