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Norddeutschland Kinder und Smartphones: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Nachrichten Norddeutschland Kinder und Smartphones: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
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21:33 21.09.2016

Spiele spielen, Videos anschauen oder sich mit Klassenkameraden austauschen: Smartphones üben schon früh eine große Faszination auf Kinder aus. Für viele Eltern stellt sich jedoch die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für die Anschaffung eines Smartphones bei Kindern ist. Insbesondere zur Einschulung oder zum Schulwechsel wird das Thema heiß diskutiert. Das bestätigt auch Sabrina Teubler (33). Ihre Tochter Marie-Luise (8) würde gern ein eigenes Handy besitzen. Schließlich hätten viele ihrer Mitschüler auch eines, sagt die Grundschülerin. Mutter Sabrina ist aber der Meinung, frühestens ab einem Alter von zehn Jahren sei ein Handy für ihre Tochter sinnvoll.

Schon in der Grundschule sind Handys verbreitet – Kinderschutzbund Lübeck rät, auf den Entwicklungsstand des Nachwuchses zu achten.

Diese Einstellung vertreten viele Eltern in Lübeck. Darunter auch Vater Lars Hartwig (46). Sein elfjähriger Sohn Mika besitzt ein Handy, seit er auf die weiterführende Schule geht, um unterwegs erreichbar zu sein. Nicola Leuschner vom Kinderschutzbund Lübeck möchte sich nicht auf eine bestimmte Altersgrenze festlegen. „Wann ein Kind ein eigenes Smartphone haben sollte, hängt vom Entwicklungsstand des Kindes, dem Wissensstand, auch dem der Eltern über die Gefahren im Internet und vom gegenseitigen Vertrauen ab“, sagt der Diplom-Sozialpädagoge. Eine Einführung in das Thema sei auf jeden Fall unbedingte Voraussetzung. Nach Angaben des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein ist es alleine eine Entscheidung der Eltern, wann ihre Kinder ein Smartphone oder Handy bekommen sollten.

Die Landeselternbeiratsvorsitzende Katrin Engeln vertraut als Mutter von sechs Kindern auf die Regelung von Zeitlimits und eine Sicherheitsapp, die für einen angemessenen Umgang mit dem Smartphone zu Hause sorgen sollen. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun Spiele gespielt oder die sozialen Netzwerke genutzt werden. In ihrer Funktion als Landeselternbeiratsvorsitzende stellt sich für sie oft die Frage, ob die Handys der Grundschüler auch schon mit auf Klassenfahrten genommen werden sollten. Nachdem das Thema diskutiert wurde, nahmen es die Kinder größtenteils nicht mit. Aber dass der Diskussionsbedarf überhaupt bestehe, zeige, dass ein Großteil der Grundschüler schon eines besäße, so Engeln. Ab der ersten Klasse nehme der Besitz von Handys stetig zu, beobachtet sie.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Kinder im schulischen Alltag immer früher an den Gebrauch von Medien wie Tablets oder Smartphones gewöhnt werden. Diese gehörten heute für die meisten Kinder schon ab der ersten Klasse zum Unterricht dazu und würden von Lehrkräften zum Teil vorausgesetzt, um zum Beispiel Lernapps zu nutzen, sagt Leuschner.

So wird auch Kira (11) zu Hause an den Umgang mit den Medien gewöhnt. Als sie in die fünfte Klasse gekommen war, war für Mutter Jütte Haber (48) der Zeitpunkt gekommen, ihrer Tochter ein Handy zu geben. „Es ist mir wichtig, meine Tochter erreichen zu können, wenn sie in der Stadt, insbesondere auch mit dem Bus, unterwegs ist“, sagt sie. Die Elfjährige ist stolz auf ihr Tastenhandy – das allerdings keine Internetfunktion hat. Zu Hause könne sie auf dem Tablet spielen oder am Computer das Internet für Schularbeiten nutzen, ergänzt Mutter Jütte Haber. Sie hat ihre Kinder über den Mediengebrauch aufgeklärt.

Svea Rosenberger

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