Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Reisebus und Rettungswagen kollidiert: Dutzende Verletzte
Nachrichten Norddeutschland Reisebus und Rettungswagen kollidiert: Dutzende Verletzte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:41 03.07.2018
Quelle: Louis Gäbler
Anzeige
Rüting

Der Bus war gerade auf dem Weg in ein Ferienlager, als das Unglück passierte: Die meisten Unfallbeteiligten wurden bei dem Zusammenstoß leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zwei Personen mussten allerdings mit schweren Verletzungen in eine Klinik geflogen werden. Ein 22 Jahre alter Betreuer erlag am Montag seinen schweren Verletztungen.

Gegen 18.40 Uhr am Samstagabend wurden diverse Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Landesstraße 58 zwischen Lensahn und Cismar alarmiert.

Die Rettungskräfte rückten mit zahlreichen Rettungswagen, Polizeiautos und auch einem sechsköpfigen Team der Notfallseelsorge Ostholstein an der Unfallstelle an.

Auf dem Rückweg von den Karl-May-Spielen

Die Kinder und Jugendlichen waren nach LN-Informationen mit zwei Bussen einer Grömitzer Firma auf dem Rückweg von den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg in ihr Jugendlager in Dahme.

Gegen 18.45 Uhr kam es dann in Rüting zum Unglück: Ersten Polizeierkenntnissen zufolge wollte ein vor dem Bus fahrender Autofahrer nach links abbiegen, wartete aber, um den entgegenkommenden Rettungswagen passieren zu lassen. Einer der zwei Reisebusse, besetzt mit 48 Personen, wollte dem haltenden Auto ausweichen - und stieß dabei mit dem Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe aus Cismar frontal zusammen. Der Rettungswagen soll mit Blaulicht und Martinshorn wegen eines Einsatzes in Richtung Lensahn gefahren sein.

In den Unfall, der sich genau auf Höhe der Kreuzung nach Riepsdorf ereignete, war außerdem noch ein Kleinwagen verwickelt. In dem betroffenen Reisebus befanden sich neben dem Busfahrer und mehreren Betreuern 38 Kinder und Jugendliche im Alter von 12-14 Jahren aus dem Bundesland Hessen, Landkreis Schwalm Eder.

Warum es zu dem Unfall kam, konnte auch Einsatzleiter Hartmut Junge von der Lensahner Feuerwehr am Abend noch nicht erklären. Ein Sachverständiger der Dekra wurde an die Unfallstelle berufen, um den genauen Ablauf des Unfalls klären.

,

38 Rettungsfahrzeuge vor Ort

Die Situation an der Unfallstelle war am Abend völlig unübersichtlich. „Der Rettungswagen kippte dabei um und schlitterte noch einige Meter über die Fahrbahn“, sagte ein Polizeisprecher. Eine Seitenwand am hinteren Teil des Fahrzeuges und eine Tür am Heck wurden abgerissen. Der Bus kam von der Straße ab und blieb mit stark beschädigter Front an einer Böschung stehen, überall lagen Glassplitter und herausgerissene Sitze.

Der Rettungswagen der Johanniter-Unfallhilfe aus Cismar sei durch die Wucht des Aufpralls umgekippt und noch einige Meter über die Straße geschleudert worden, so die Polizei. Eine Seitenwand am hinteren Teil des Fahrzeuges und eine Tür am Heck wurden abgerissen. „So einen zerschossenen Rettungswagen habe ich noch nicht auf der Straße liegen sehen“, sagte Dierk Dürbrook, Sprecher der Polizei Lübeck, am Sonntag. Dazwischen standen die zwei beschädigten PKW.

Neben der Feuerwehr und mehreren Polizeiautos waren insgesamt 38 Rettungsfahrzeuge am Unfallort. Zwei Hubschrauber brachten die Schwerverletzten in Krankenhäuser. „Das war ein einziges Blaulicht-Geflimmer.“

Nach derzeitigem Stand gibt es 42 leichtverletzte, neun ittelschwerverletzte und eine schwerverletzte Person. Bei dem schwerverletzten Mann handelte es sich um einen 22-jährigen Insassen des Reisebusses. Dieser ist am Montag seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen.

Die Leichtverletzten seien noch an der Unfallstelle untersucht worden, die Mehrzahl von ihnen musste nicht ins Krankenhaus.

Ermittlungen laufen

„Den allermeisten ist glücklicherweise nicht viel passiert“, betonte Dürbrook. Sie erlitten demnach vor allem Prellungen oder einen Schock. Andere Leichtverletzte wurden in Kliniken gebracht, wie die Regionalleitstelle der Feuerwehr mitteilte. Darunter war auch die zweiköpfige Besatzung des Rettungswagens.

Der zweite Reisebus, der am Unfall nicht beteiligt war, holte noch während des laufenden Rettungseinsatzes gegen 21 Uhr die unverletzten Kinder und Jugendlichen ab, um sie zurück nach Dahme ins Ferienlager zu fahren.

Während der polizeilichen Unfallaufnahme sowie den Rettungs-und Bergungsarbeiten waren in der Spitze rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Darunter Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Kabelhorst – Schwienkuhl und Lensahn, 38 Krankentransportwagen, Rettungswagen und Notarztfahrzeuge. Ein leitender Notarzt, acht Notärzte, elf Seelsorger und die drei schnellen Einsatzgruppen des Kreises Ostholstein kümmerten sich um die Verletzten.

Seelsorger am Unfallort

Die seelsorgerische Betreuung der betroffenen Kinder und Beteiligten wurde durch Mitarbeiter der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des Kreises Ostholstein und der Nordkirche intensiv im Ferienlager weiter betrieben.

Die Unfallursache steht zum jetzigen Zeitpunkt laut Polizei noch nicht fest. Auf Anordnung der Lübecker Staatsanwaltschaft wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Er nahm noch Samstagabend seine Arbeit an der Unfallstelle auf. Die Unfallfahrzeuge wurden für weitere Untersuchungen sichergestellt.

Am Unfallort wurde die Fahrbahn voll gesperrt. Gegen 1 Uhr war die Unfallstelle geräumt und die Fahrbahn wieder frei gegeben.

Louis Gäbler (sowie Polizei und dpa)

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige