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Norddeutschland Kirche: Trau-Zeremonie auch für Homo-Paare
Nachrichten Norddeutschland Kirche: Trau-Zeremonie auch für Homo-Paare
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21:19 14.09.2016
„Wir begrüßen es, wenn die Nordkirche damit die gesellschaftliche Realität wahr- und ernstnimmt.“ Peter Barz, Propst in Ostholstein
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Kiel

/Eutin. Gleichgeschlechtliche Paare sollen in der Nordkirche bald die Möglichkeit bekommen, in einer neuen Trau-Zeremonie den Bund fürs Leben zu schließen. Die „Segnung von Menschen in eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ sei auf Augenhöhe mit der Trauung von Mann und Frau, sagte der Präses der Nordkirche, Andreas Tietze, gestern in Kiel. In den Gottesdiensten gebe es keinen Unterschied bis auf den Begriff Segnung statt Trauung, ergänzte Landesbischof Gerhard Ulrich. Die Segnungen würden wie Trauungen in den Kirchenbüchern eingetragen.

Die Neuregelung soll auf der Synodentagung am 29. September in Travemünde beschlossen werden. Wenn die 156 Mitglieder aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern dort mehrheitlich zustimmen, ist die Nordkirche die fünfte von deutschlandweit 20 Landeskirchen, in der gleichgeschlechtliche Paare in einem öffentlichen Gottesdienst getraut werden können.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in Schleswig-Holstein freut sich über die Neuregelung. „Endlich werden keine Unterschiede mehr gemacht, wer sich das Ja-Wort geben will“, sagt Danny Clausen-Holm vom LSVD-Landesvorstand. „Die Nordkirche beweist damit, dass sie schon sehr viel weiter ist als die Bundesregierung beim Thema ,Ehe für alle’.“ Denn beim Standesamt könnten gleichgeschlechtliche Paare bisher nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.

„Nun wäre es noch schön, wenn die Nordkirche auch beim Namen der Zeremonie keine Unterschiede machen würde“, sagt ClausenHolm. „Aber vielleicht kommt das ja irgendwann noch.“ Landesbischof Ulrich erklärte, die Nordkirche vermeide aus Rücksicht auf Menschen, denen es schwer falle, diese Zeremonie zu akzeptieren, den Begriff „Trauung“.

Bisher gilt in der Nordkirche eine Übergangsregelung. Bevor sich ein gleichgeschlechtliches Paar den kirchlichen Segen holen darf, müssen in der Regel erst der zuständige Pastor, der Kirchengemeinderat und der Propst zustimmen. In Zukunft soll das nicht mehr nötig sein. Der neue Entwurf sieht die Segnung bei einem Gottesdienst vor – mit Gebeten, Lesungen aus der Bibel, einer Predigt und dem gegenseitigen Bekenntnis der Partner einschließlich der Formel „solange wir leben“ oder alternativ „bis der Tod uns scheidet“. Auch ein Ringwechsel soll möglich sein.

„Wir stehen diesem Beschluss offen gegenüber und begrüßen es, wenn die Nordkirche damit die gesellschaftliche Realität wahr- und ernstnimmt“, sagt Peter Barz, Propst des Kirchenkreises Ostholstein.

Der Segen Gottes stehe allen Menschen zu. „Er gilt allen Paaren, die im christlichen Sinne in einer Beziehung leben, die durch Treue, Verlässlichkeit und Vergebungsbereitschaft geprägt ist, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.“

Janina Dietrich

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