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Norddeutschland Kirche besteht auf Tanzverbot an Feiertagen
Nachrichten Norddeutschland Kirche besteht auf Tanzverbot an Feiertagen
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10:43 19.01.2016
Bischof Gothart Magaard: „Es geht lediglich um drei Tage im Jahr, die einen besonderen Charakter haben, indem sie Alltag und Trubel unterbrechen. Sie sind eine Säule unserer Kultur, des Respekts und der Achtung voreinander — und vor unseren Verstorbenen.“ Quelle: dpa
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Kiel

Immer mehr Schleswig-Holsteiner kehren der evangelischen Kirche den Rücken. Die Zahl der Taufen nimmt ab, und nun debattiert der Landtag morgen auch noch über die Lockerung des Feiertagsgesetzes. Bischof Gothart Magaard (Schleswig) hat für diese Diskussion kein Verständnis: „Es geht lediglich um drei Tage im Jahr, die einen besonderen Charakter haben, indem sie Alltag und Trubel unterbrechen. Sie sind eine Säule unserer Kultur, des Respekts und der Achtung voreinander — und vor unseren Verstorbenen.“

Das sogenannte Tanzverbot verbietet an Karfreitag, Totensonntag und Volkstrauertag öffentliche Veranstaltungen. Abgeordnete von fünf Fraktionen im Landtag — eine Ausnahme macht nur die CDU — stehen hinter einem Antrag der Piraten, das Versammlungsverbot aufzuheben. In Hamburg gilt das Veranstaltungsverbot nahezu komplett nur am Karfreitag, während am Volkstrauertag ab 15 Uhr und am Totensonntag ab 17 Uhr wieder öffentlich gefeiert werden darf.

Von Peter Eichstädt (SPD) kommt der Alternativantrag, Veranstaltungen an Volkstrauertag und Totensonntag nur bis 20 Uhr zu untersagen. „Ich möchte das Gesetz gerne an die gesellschaftlichen Realitäten anpassen“, sagt Eichstädt. Für die Abstimmung ist der Fraktionszwang aufgehoben.

„Besorgniserregend“ findet Gothart Magaard die Mitgliederentwicklung in den evangelisch-lutherischen Gemeinden. Waren 2012 noch 1,44 Millionen Schleswig-Holsteiner registriert, sank diese Zahl Ende 2014 auf 1,392 von 2,83 Millionen Bürgern. Die Tendenz scheint sich abgeschwächt zu haben. gm

LN

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