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Kirche gibt Homo-Paaren ihren Segen

Synode der Nordkirche Kirche gibt Homo-Paaren ihren Segen

Schwule und lesbische Paare können künftig in der evangelisch-lutherischen Nordkirche genau so gesegnet werden wie Ehen zwischen Mann und Frau.

Die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares ist jetzt eine offizielle kirchliche Amtshandlung.

Quelle: dpa

Travemünde . Die Landessynode der Nordkirche hat gestern in Travemünde beschlossen, dass schwule und lesbische Paare in einer öffentlichen Trauzeremonie den Bund fürs Leben schließen können – genau wie Mann und Frau. Die 156 Synodalen folgten einem Beschlussvorschlag der Kirchenleitung. Die Segnung wird in die Kirchenbücher eingetragen. Auch ein Ringwechsel vorm Alter ist möglich. Die Nordkirche ist damit die fünfte von bundesweit 20 evangelisch-lutherischen Landeskirchen, die die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in einem Gottesdienst als Amtshandlung zulässt.

Seit zwei Jahren galt eine Übergangsregelung.

Landesbischof Gerhard Ulrich sprach von einem „großen Schritt“. „Wir begrüßen, dass die Nordkirche die gesellschaftliche Realität wahr- und ernstnimmt“, kommentierte Peter Barz, Propst des Kirchenkreises Ostholstein die Entscheidung. „Ich bin stolz auf meine Kirche“, sagte Frauke Eiben, Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. „Der Schritt war auf jeden Fall überfällig“, erklärte Pastor Stephan Rost, der in der Kirchengemeinde Sandesneben (Kreis Herzogtum Lauenburg) mit einem Mann zusammenlebt. Für ihn persönlich sei der Beschluss der Synode selbstverständlich und konsequent.

Es mache eine Gerechtigkeit predigende Kirche glaubwürdiger. Gleichzeitig gehe er davon aus, dass manche Menschen mit diesem Schritt der Kirche Probleme haben, sagte Rost auf Anfrage.

Der Beschlussfassung war in Travemünde eine mehrstündige kontroverse Aussprache vorausgegangen. Umstritten blieb bis zuletzt, ob es in der offiziellen Bezeichnung einer Unterscheidung von Trauung (für heterosexuelle Paare) und Segnung (für homosexuelle Paare) bedürfe. Fast drei Stunden stritten die Synodalen darüber. Vor allem die Kirchenjugend kritisierte, dass eine unterschiedliche Begrifflichkeit für ein und dasselbe eine Diskriminierung des Segnungsgottesdienstes bedeute. Einige Synodale folgten dieser Argumentation, mahnten einen „mutigeren Schritt“ an. Überraschenderweise meldete auch Propst Daniel Havemann (Kirchenkreis Plön-Segeberg) für die Theologische Kammer der Nordkirche Bedenken in diesem Punkt an. Er nannte die Gesetzesvorlage der Kirchenleitung „nicht schlüssig“. Es bestehe die Gefahr, dass ein Segnungsgottesdienst für gleichgeschlechtliche Paare als „Trauung zweiter Klasse“ verstanden werden könnte.

Auf massives Werben von Landesbischof Ulrich hin stimmte die Synode am Ende mit großer Mehrheit dafür, das Wort „Trauung“ nur für die Eheschließung heterosexueller Paare zu verwenden. Ulrich erklärte, die Nordkirche vermeide diesen Begriff für die Segnung schwuler und lesbischer Paare aus Rücksicht auf Menschen, denen es noch schwerfalle, diese Zeremonie zu akzeptieren. Die Zeremonie heißt deshalb offiziell „Segnung Eingetragener Partnerschaften“.

Warum es am Ende auf den Vorschlag der Kirchenleitung hinauslaufen musste, hatte die Wortmeldung von Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) deutlich gemacht. Er habe persönlich große Bedenken, sagte Abromeit. Kirchenmitglieder hätten ihm bei einem Beschluss mit dem Wort „Trauung“ mit Kirchenaustritt gedroht. Er trage die vorgelegte Beschlussvorlage aber mit. Die ausdrückliche Unterscheidung von Segnung und Trauung habe ihm dabei geholfen.

„Dieser Beschluss ist ein erster wichtiger Schritt zur völligen Akzeptanz und Gleichstellung der Lesben und Schwulen in der Landeskirche“, sagte Danny Clausen- Holm aus dem Vorstand des Lesben- und Schwulenverbands Schleswig-Holstein. Die Nordkirche beweise damit, dass sie weiter sei als die Bundesregierung. Vor dem Standesbeamten könnten gleichgeschlechtliche Paare bisher nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.

Seit Gründung der Nordkirche vor vier Jahren galt bislang eine Übergangsregelung. Bevor sich ein gleichgeschlechtliches Paar den kirchlichen Segen holen durfte, mussten in der Regel erst der zuständige Pastor, der Kirchengemeinderat und der Propst zustimmen. Künftig soll der Propst nur noch eingreifen, wenn der zuständige Gemeindepastor die Segnung aus persönlichen Gründen ablehnt.

 Curd Tönnemann

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