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Norddeutschland Klimawandel wird Ostsee verändern
Nachrichten Norddeutschland Klimawandel wird Ostsee verändern
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02:12 25.03.2016
Eine Spaziergängerin am stürmischen Strand von Damp. Forscher glauben, dass der Ostsee-Wellengang in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen wird. Quelle: C. Rehder/dpa
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Rostock

. Ostseeforscher wollen den Folgen des Klimawandels mit Hilfe von Fischern auf die Spur kommen. „Wir rüsten gerade die Netze kommerzieller Schiffe mit Sonden zur Sauerstoff- und Salzgehaltsmessung aus“, sagt Christopher Zimmermann, Chef des Thünen-Instituts für Ostseefischerei. Dann können die Forscher seines Instituts und die des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) an jedem Tag im Jahr die Konzentrationen messen. Denn viel zu wenig ist über die langfristigen Folgen des Klimawandels bekannt. Auch über die Frage, wie sich die „Todeszonen“, also Zonen am Meeresboden ohne Sauerstoff, in der Ostsee entwickeln.

Eines sei klar: Die Veränderung des Weltklimas werde um die Ostsee keinen Bogen machen. Die Auswirkungen werden langfristig zu spüren sein, sagt Markus Meier, Chef der Physikalischen Ozeanographie und Messtechnik am IOW.

Meier geht davon aus, dass sich im Jahresmittel die Temperatur des Oberflächenwassers in der zentralen Ostsee von derzeit 8,5 Grad bis zum Zeitraum 2070 bis 2100 auf 10,5 bis 12,5 Grad erhöht. Dabei werden die Änderungen im Norden der Ostsee am stärksten zu spüren sein. „Die Folge: Die eisbedeckte Fläche im Winter ist geringer und die Eisschmelze setzt früher ein.“

Dadurch werde es im Meer heller, was über verstärkte Photosynthese das Wachstum von Plankton befördert und damit das gesamte Nahrungsnetz beeinflusst.

Der Rückgang des Eises werde zu verstärkter Wellenbildung führen, erklärt Meier. Gleichzeitig werde der globale Wasserspiegel steigen. Er geht von etwa 20 Zentimetern bis zu einem Meter aus, „und da kommen die Sturmfluten noch oben drauf“. Die mögliche Folge sei, dass die Überflutungsgefährdung tiefer gelegener Küstenbereiche und die Erosion der Steilküsten größer wird.

Was das alles konkret bedeuten wird, ist ungewiss. „Wir wissen ziemlich gut, welche Folgen der Klimawandel global haben wird. Doch je mehr wir ins Detail gehen, desto weniger sind die Wirkungen abzuschätzen“, sagt Zimmermann. So hätten schwedische Forscher vor zwei Jahren publiziert, dass sich in der Ostsee die Todeszonen ausbreiten. Allerdings gebe es Studien mit gegenteiligen Ergebnissen. Die Messungen mit den Sonden an den Fischernetzen sollen nun mehr Licht ins Dunkel bringen.

LN

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