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Norddeutschland Entdeckter Knochen stammt nicht von Monika Crantz
Nachrichten Norddeutschland Entdeckter Knochen stammt nicht von Monika Crantz
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15:54 20.11.2018
Die Bereitschaftspolizei suchte im Oktober 2018 am Elbe-Seiten-Kanal bei Neu Sülbeck nach weiteren menschlichen Überresten. Zuvor hatte ein Förster einen menschlichen Schädel gefunden. Die Gerichtsmedizin untersuchte die Funde. Es gibt keine DNA-Übereinstimmung mit Monika Crantz. Quelle: Michael Behns (Archiv)
Lüneburg/Ratzeburg

Im Oktober 2018 hat ein Förster im Wald bei Neu Sülbeck Knochen und Bekleidung gefunden. Nach dem Fund eines skelettierten Menschenschädels sowie von Knochen und Bekleidung in einem Waldstück bei Neu Sülbeck (Niedersachsen) liegt ein erstes Ergebnis vor. Die Untersuchung eines Röhrenknochens am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) ergab keine Übereinstimmung mit der DNA der seit 1999 vermissten und für tot erklärten Ratzeburgerin Monika Crantz. Auch der Abgleich mit einer bundesweiten Datei habe keinen „Treffer“ auf Vermisste oder unbekannte Tote ergeben, teilte der Lüneburger Polizeisprecher Kai Richter mit. 

Ehemann von Monika Crantz nahm sich das Leben

Monika Krantz ist seit 1999 spurlos verschwunden. Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Quelle: AP (Archiv)

Ein Förster hatte vor sechs Wochen im Dickicht eines Waldstücks östlich des Elbe-Seiten-Kanals einen Menschenschädel entdeckt. Polizisten durchsuchten die Umgebung des Fundorts daraufhin und stießen auf drei weitere menschliche Knochen und Kleidung. Genau dieser Wald war nach dem Verschwinden von Monika Crantz schon ins Visier der Ermittler geraten. Der tatverdächtige Ehemann Hartmut Crantz kannte das Gebiet aus seiner Zeit als Berufssoldat. Die Polizei hatte deshalb nach den jetzigen Funden spekuliert, die menschlichen Überreste könnten von Monika Crantz stammen. Nach Auffassung des Lübecker Landgerichts war die Ratzeburgerin 1999 von ihrem Ehemann aus Habgier ermordet worden. Hartmut Crantz wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und nahm sich in der Zelle das Leben.

Zum Fund und den Ermittlungen in Neu Sülbeck

Die Untersuchung des Schädels und weiterer Knochen auf eine mögliche DNA steht aus. „Nach bisherigen Erkenntnissen kann der gefundene Schädel zehn Jahre alt sein, aber auch schon hundert Jahre dort gelegen haben“, sagte der Polizeisprecher. Das Alter der Funde könne nur über eine mögliche anthropologische Untersuchung geklärt werden. Man gehe aber davon aus, dass Schädel und Knochen von ein und derselben Person stammten.

Curd Tönnemann

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