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Norddeutschland Kommunen im Norden führen weltweit Partnerschaften
Nachrichten Norddeutschland Kommunen im Norden führen weltweit Partnerschaften
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22:12 14.08.2017
Quelle: Fotos: Bernd Wüstneck/dpa, Tuuli Koivisto, Helge Von Schwartz, Richard Rogerson, Christian Röwekamp/dpa
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Lübeck/Kiel

Von der japanischen Millionenmetropole Osaka bis zum kleinen französischen Küstenort Le Portel: Viele Kommunen im Norden pflegen intensive Partnerschaften zu Städten in der ganzen Welt – und lassen sich das oft einiges kosten. In Kiel etwa stehen für die Pflege der bislang elf Partnerschaften jedes Jahr 148000 Euro im Haushalt, sagt Stadtsprecher Arne Gloy. Dazu kämen noch Personalkosten.

Einige Städte geben für den Austausch viel Geld aus – Lübeck hält sich zurück.

„Die Partnerstädte werden für Hamburg immer wichtiger“, sagt Staatsrat Wolfgang Schmidt (SPD). „Die Städte haben fast überall auf der Welt mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Deswegen ist es sinnvoll, sich auszutauschen und auch von den Partnerstädten zu lernen.“ Derzeit pflegt die Hansestadt Partnerschaften mit Dresden sowie international mit St. Petersburg (Russland), Marseille (Frankreich), Shanghai (China), León (Nicaragua), Osaka (Japan), Prag (Tschechische Republik), Chicago (USA) und Daressalam (Tansania). Auf knapp 880000 Euro beliefen sich die verfügbaren Mittel für den Bereich Internationales in diesem Jahr, zusätzlich fördere die Senatskanzlei mit gut 440000 Euro zwei Entwicklungsprojekte in Daressalam und León.

Lübeck gibt deutlich weniger Geld aus. Die Stadt hat fünf Partnerschaften, die älteste besteht seit 1969 zu Kotka (Finnland). Dazu kommen Wismar ( seit 1987), La Rochelle (Frankreich, seit 1988), Klaipeda (Litauen, seit 1990) und Visby (Schweden, seit 1999). 10000 Euro seien dafür dieses Jahr im städtischen Haushalt festgeschrieben, „nachdem die Summe zuvor fast auf Null gesunken war“, berichtet Astrid Stadthaus-Panissié vom Verein Lübeck-Partner. „Wir würden uns freuen, wenn die Stadt mehr tun würde“, sagt Vereinssprecher Peter Sünnenwold. „Partnerstädte sind sehr wichtig. Sie fördern den Reiseverkehr und den Meinungsaustausch.“

In den umliegenden Kommunen wie Bad Schwartau mit den Partnerstädten Bad Doberan, Villemoisson (Frankreich) und Czaplinek (Polen) sowie Stockelsdorf mit Le Portel (Frankreich) und Okonek (Polen) würden die Partnerschaften viel intensiver gepflegt. „Die Orte laden ständig zum Austausch ein, daran sollte sich Lübeck ein Beispiel nehmen“, fordert er.

Kiel bekommt bald Zuwachs: „Die Partnerschaft mit San Francisco wird am 22. September unterzeichnet“, kündigt Arne Gloy an. Zudem werde gerade die Partnerschaft mit Qingdao in China vorbereitet.

Dafür seien Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und Stadtpräsident Hans-Werner Tovar nach China gereist. Und eine Partnerschaft mit dem dänischen Århus werde auch noch angestrebt.

In Lübeck gebe es solche Ambitionen momentan nicht, sagt Sünnenwold. „Wir müssen erst mal die bestehenden Partnerschaften besser pflegen“, sagt er. „Sonst können wir sie auch gleich auflösen.“

Manchmal passiert das tatsächlich. Die Ratsversammlung in Eckernförde beschloss im November 2010, dass die Partnerschaft mit Macclesfield in Großbritannien nach einem halben Jahrhundert nicht mehr erforderlich sei. Der Grund: Die englische Gemeinde war bei einer Verwaltungsreform Teil der Großkommune Cheshire East mit mehr als 360000 Einwohnern geworden. Eckernförde zählt gerade 23000 Menschen. Wegen der unterschiedlichen Größen gebe es kaum noch gemeinsame Interessenlagen auf politischer und Verwaltungsebene, befanden die Stadtpolitiker. Andererseits bewies die Stadt aber auch schon Freundschaft in der Krise: Als das Oderhochwasser Teile von Brzeg in Polen überschwemmte, schickte Eckernförde der Partnerstadt finanzielle Soforthilfe.

Partnerschaften gibt es auch an der Westküste. Husum etwa pflegt sie mit Kidderminster (England), Heiligenstadt (Thüringen), Trzcianka (Polen) und Gentofte (Dänemark). Inzwischen gebe es regelmäßige Besuche. Jüngstes Beispiel: Vor einer Woche waren Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus Trzcianka in Nordfriesland, um das 60-jährige Bestehen der Husumer Jugendfeuerwehr zu feiern.

jd

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