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Krabbenbrötchen als Kostbarkeit

Lübeck Krabbenbrötchen als Kostbarkeit

Fangmengen sind niedrig – Das macht den beliebten Imbiss teurer als üblich – Kunden greifen trotzdem gerne zu.

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Bei Birgit Glien in Travemünde sind Krabbenbrötchen trotz des Preises beliebt.

Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Lübeck/Niendorf. Krabben sind gerade einmal zwei Zentimeter groß, auf Brötchen sehr beliebt – und zurzeit richtig teuer. Die Preise für Krabbenbrötchen liegen in Hamburg sogar teilweise schon im zweistelligen Bereich. An der Ostseeküste sind sie auf etlichen Speisekarten bereits gar nicht mehr vertreten. „Es ist noch keine Entspannung eingetreten“, sagt Philipp Oberdörffer, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer. „Die Fangbedingungen sind sehr schlecht.“ Dabei ist der Herbst die Hauptfangzeit für Nordseekrabben. Bereits im Sommer waren Krabben in der Nordsee Mangelware. „So ein schlechtes Jahr hatten wir zuletzt 1990“, sagt der Fischereibiologe. „Ein Jahr später war wieder alles normal, das ist die Natur.“

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Fangmengen sind niedrig – Das macht den beliebten Imbiss teurer als üblich – Kunden greifen trotzdem gerne zu.

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Oberdörffer rechnet in diesem Jahr in Deutschland mit einem Fangergebnis von „keinen 10000 Tonnen“. In den vergangenen Jahren gingen den deutschen Fischern zwischen 12000 und 13000 Tonnen ins Netz. Ein Grund für die schlechte Ausbeute ist nach Angaben von Oberdörffer das massenhafte Vorkommen des Wittlings. Auf dem Speiseplan der Fischart aus der Familie der Dorsche stehen auch Krabben.

Sieben Euro erhalten die Fischer laut dem Geschäftsführer derzeit für ein Kilogramm Krabben. An der Ostseeküste müssen Krabbenbrötchen-Fans deshalb derzeit tief in die Tasche greifen. Bei Fisch-Delikatessen H. P. Krützfeld in Lübeck kosten die Krabbenbrötchen momentan 5,50 Euro, zuvor lag der Preis bei 4,20 Euro. „Die sind noch nie so teuer gewesen“, sagt Inhaber Peter Giertz. Gekauft würden sie aber trotzdem. „Das ist das klassische Brötchen in Lübeck“, sagt Giertz. Travemünde-Besucher Reiner Westphal sind sieben Euro für ein Krabbenbrötchen bei Fisch-Paul zu teuer. Der Lasbeker entscheidet sich stattdessen für eines mit Bismarckhering und eines mit Seelachsschnitzel. „Wir weisen auf den Preis hin“, sagt Verkäuferin Birgit Glien. „Die meisten nehmen es trotzdem, einige aber auch nicht.“ Im Imbiss Hafen-Eck in Niendorf gehen die Krabbenbrötchen sehr gut, berichtet Teamleiterin Winnie Scheumann. Obwohl auch der Imbiss die Preise für den beliebten Snack mit Nordseegarnelen um einen Euro auf 5,95 Euro erhöhen musste.

Bei Klüver’s Hafen-Räucherei gegenüber sucht man die Krabbenbrötchen dagegen vergeblich auf der Speisekarte. Und auch im „Fischereihof Fishermans Hemmelsdorf“ sieht es für die Fans der Nordseegarnele schlecht aus. Seit dem Anstieg der Preise im Sommer verkauft der Betrieb keine Krabbenbrötchen mehr. „Das kann man ja keinem Gast zumuten“, sagt Mitarbeiterin Anne Verhuven.

Nordseegarnelen gehen seit 400 Jahren ins Netz

Im 17. Jahrhundert wurden die ersten Krabben in der Nordsee gefangen, aber erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann der erwerbsmäßige Fang der Nordseegarnelen.

Somit gilt die Krabbenfischerei als eine der ältesten Kulturtechniken der Fischerei in der Nordsee, erklärt die Erzeugergemeinschaft der deutschen Krabbenfischer. Wenn heute die Krabben gefangen werden, wird ein großer Teil davon nach Nordafrika, vor allem nach Marokko, geschickt. Dort werden die Tiere von Hand gepult – für etwas mehr als einen Euro Lohn pro Kilo. Für den nachhaltigen Erhalt des Krabbenbestandes sollen die Löcher der Schleppnetze von 20 auf 22 Millimeter erweitert werden, fordert die unabhängige Organisation MSC. ana

Julia Konerding

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