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Norddeutschland Kräftige Kälber dank Erbgut auf Bestellung
Nachrichten Norddeutschland Kräftige Kälber dank Erbgut auf Bestellung
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23:16 05.09.2013
Johannes Tack (27) organisiert die Besamung von Kühen. Mit der Bayern Genetik stellt er die Möglichkeiten dafür auf der Norla vor. Quelle: Foto: OK-Press

Ahrensbök — Abstammungslinien, Milchwerte und Körperdaten, ein Rind im Seitenprofil. Johannes Tack blättert durch die aktuelle Kartei der Bayern Genetik. Dort sind Zuchtbullen abgebildet, deren Samen von Landwirten erworben werden können. „Ich gucke mit den Kunden, welche Bullen am besten zu ihrer Kuh passen und bestelle die entsprechenden Samen dann in Bayern“, sagt der 27-Jährige. Bei der Landwirtschaftsmesse Norla in Rendsburg stellt er gemeinsam mit der Bayern Genetik GmbH diese Besamungsmöglichkeit für Kühe vor.

„Die Kunden aus dem Kreis Bad Segeberg, Ostholstein, Lübeck und Mecklenburg-Vorpommern bestellen die Samenportionen bei mir“, erklärt Johannes Tack. Diese würden dann bei der Rinderzucht Schleswig-Holstein gelagert, bis die entsprechende Kuh brünstig sei. „Ein Besamungstechniker fährt dann zu dem entsprechenden Betrieb und befruchtet die Kuh.“

Kritik, wonach künstliche Befruchtungen und der Einsatz von Genetik verwerflich seien, kann er nicht zustimmen. „In der Milchwirtschaft ist es schwierig einen Deckbullen in die Herde zu integrieren, da sie teilweise einfach übellaunig werden.“ Außerdem erhalte man durch fremde Gene mehr Vielfalt. Ein weiterer Vorteil: Wenn man eine gute Kuh habe, könne man bei einer Besamung auch einen entsprechend guten Bullen aussuchen. „Außerdem kann man Deckbullen durch zu viel Einsatz auch versauen. Beispielsweise, wenn er mit 40 Kühen auf der Weide steht. Das ist ein zu harter Job“, sagt Johannes Tack schmunzelnd. Deshalb würden viele Bauern ihre Kühe durch Besamungstechniker befruchten lassen.

Wenn der 27-Jährige nicht gerade die Besamung von Kühen organisiert, arbeitet er gemeinsam mit seinem Bruder Hans-Heinrich Tack auf dessen Hof. „Wir betreiben auf dem Betrieb neben einem Lohnunternehmen überwiegend Viehhandel und Zucht“, sagt Hans-Heinrich Tack. „Das heißt, wir kaufen hauptsächlich Kälber, die mindestens 14 Tage alt sind, aus dem Umkreis auf.“ Diese werden dann an andere Bauern oder die Handelskette Vion für Zucht- und Nutzvieh verkauft. „Unsere eigenen weiblichen Kälber behalten wir alle“, sagt der 37-Jährige.

„Einige ziehen wir gerade bei uns im Stall auf. Die sind zahmer und sollen in den wilden Herden für etwas Ruhe sorgen.“

120 Mutterkühe und sechs Bullen leben auf dem Betrieb. „Wir züchten hier hauptsächlich Limousin-Rinder“, erzählt der Landwirt. Bullen sind schon mit einem Jahr voll geschlechtsreif, während eine Mutterkuh das erste Mal mit 18 Monaten besamt oder auch bedeckt werden kann. Die Tragzeit beträgt dann neun Monate. Auf dem Betrieb werde Sorge dafür getragen, dass die Kühe nur zwischen Mitte April und Ende September kalben. „Die erfahrenen Mutterkühe gebären dann alleine auf der Weide.“

Ein kleines Stück romantische Idylle haben sich die Brüder erhalten: Die liebevoll genannte „Kuh-Oma“. Sie ist die älteste Kuh im Betrieb und mittlerweile stolze 22 Jahre alt. Sie freut sich muhend über jeden Besuch der Landwirte. „Sie fährt auch als Begleitperson bei Transporten zum Beispiel von Deckbullen mit, um die Tiere zu beruhigen.“ Das sei sehr praktisch.

Kim Meyer

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