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Kreuzfahrtflotte wächst weiter: „World Dream“ verlässt Dock

Papenburg Kreuzfahrtflotte wächst weiter: „World Dream“ verlässt Dock

Die Meyer Werft hält ein Fünftel des Marktanteils und ist auf Jahre ausgebucht.

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Viele Zuschauer bewunderten gestern das Kreuzfahrtschiff „World Dream“ beim Verlassen des Baudocks der Meyer Werft in Papenburg.

Papenburg. . Gestern war es wieder so weit – diesmal war die „World Dream“ an der Reihe. Der Ozeanriese der asiatischen Reederei „Dream Cruises“ hat das Baudock der Meyer Werft verlassen. Langsam zogen Schlepper den 335 Meter langen und 18 Deck hohen Luxusliner ins Freie. Zahlreiche Schaulustige sahen dabei zu. Knapp eine Stunde später machte die „World Dream“ an der Pier im Werfthafen fest, wo sie weiter ausgerüstet werden soll.

LN-Bild

Die Meyer Werft hält ein Fünftel des Marktanteils und ist auf Jahre ausgebucht.

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Es ist das 44. Kreuzfahrtschiff für die bereits in siebter Generation geführte Meyer Werft – und weitere werden folgen. Pro Jahr gehen im Schnitt zwei neue Kreuzfahrtschiffe von der Werft in Papenburg via Ems auf Fahrt Richtung Nordsee. Das Auftragsbuch ist voll und reicht bis zu Jahr 2023.

„Es wird sicher schwieriger zur Mitte des nächsten Jahrzehnts“, vermutet Werft-Sprecher Peter Hackmann. „Die Konkurrenz wartet in China auf uns.“ Noch ist das Bauen von Hochsee-Kreuzfahrtschiffen Sache einer Handvoll europäischer Werften, zu denen die italienische Fincantieri-Werft (Marktanteil 28 Prozent), die STX-Werft Frankreich (18), die Meyer Werft Papenburg (22) und die Meyer Werft im finnischen Turku (18) gehören. Neuer Player ist seit 2016 der malaysische Genting-Konzern mit seinen Werften in Mecklenburg-Vorpommern (6).

Meyer kennt die Genting-Reedereien gut, hat oft für deren Kreuzfahrtmarken gearbeitet. Auch das aktuellste Schiff „World Dream“ gehört über die Reederei „Dream Cruises“ zum Genting-Konzern. Der will seine Flotte schneller vergrößern und baut daher Schiffe auf seinen Werften in Mecklenburg-Vorpommern selbst. Auch Genting setzt auf Asien als Markt.

Dort werden große Kapazitäten im Hochseekreuzfahrtmarkt aufgebaut. Der internationale Branchenverband Clia stellte für 2016 einen Gesamtanteil von 9,2 Prozent fest. Das entspreche einem Anstieg von 38 Prozent gegenüber 2015. „In China ist das Potenzial gewaltig“, so Clia-Deutschland-Direktor Helge Grammerstorf. Auch die 335 Meter lange „World Dream“ soll nach der Ablieferung in Asien fahren.

Entsprechend farbenfroh hat der chinesische Pop-Art-Künstler Jacky Tsai das „Außen-Design“ gestaltet. Das Thema: eine Liebesgeschichte. Die Protagonisten: ein Astronaut, der Kapitän, eine Zauberin und eine Meerjungfrau.

Kreuzfahrtschiffe sind Großinvestitionen. Doch die Schiffbauer geben sich in dem Punkt wortkarg. Letztlich ist das Sache der Kunden, also der Reeder. Von hohen dreistelligen Millionenbeträgen, die auch schon mal die Milliardengrenze schrammen, könne man aber schon ausgehen, so der Werft-Sprecher. 800 Firmen sind am Bau eines Schiffes beteiligt.

Ansprüche und Anforderungen steigen stetig. Die Brücke eines Kreuzfahrtschiffes ist längst ein High-Tech-Kommandostand. Unmengen von Daten werden permanent in die „Fleet Operation Center“ der Reedereien gesendet.

Auch für das Wohlbefinden der Gäste gibt es einen Indikator – den „Comfort Optimizer“. Daten über Wellenhöhe, Windstärke, Geschwindigkeit werden analysiert, um zu wissen, ab wann es für die weniger seefesten Passagiere eng wird. Der Index wird der Schiffscrew via Bildschirm angezeigt und bekam gleich den plakativen Beinamen „Kotz-Index“.

Bis die „World Dream“ auf große Fahrt geht, dauert es noch einige Wochen. In Halle 6 der Meyer Werft laufen längst die Arbeiten für das nächste Schiff – die „Norwegian Bliss“.

Ablieferungstermin: Frühjahr 2018.

Landstrom stagniert

Die Versorgung von Kreuzfahrtschiffen mit alternativer Energie wie Landstrom und verflüssigtem Erdgas im Hamburger Hafen kommt nicht voran. Wie im Vorjahr gibt es auch 2017 erst zwei Kreuzfahrtschiffe der Rostocker Reederei „Aida Cruises“, die diese Angebote annehmen, wie der Terminal-Betreiber Hamburg Cruise Gate mitteilte. Insgesamt wird die Hansestadt 2017 knapp 200-m al von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Die alternativen Energien sind für die Reeder teurer, senken jedoch die Schadstoffbelastung in der Luft erheblich.

Helmut Reuter

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