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Norddeutschland Krümmel: Abriss des Meilers dauert noch zwei Jahrzehnte
Nachrichten Norddeutschland Krümmel: Abriss des Meilers dauert noch zwei Jahrzehnte
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21:23 20.05.2016
Das abgeschaltete Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht soll abgerissen werden. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Geesthacht

Frühestens Ende 2018 könne demnach die Abriss-Genehmigung vorliegen, erklärte Habeck. Ab sofort sollen in dem Verfahren allerdings auch Bürger und Bürgerinitiativen beteiligt werden. Der Rückbau des Reaktors selber könne dann 2019 starten, werde aber gut und gerne 15 Jahre dauern. Der Abriss der Gebäude dürfte dann noch einmal drei Jahre dauern.
Es geht dabei um ein Müll-Volumen von 541 000 Tonnen. Die Kosten für den Rückbau schätzt Wasmuth auf 750 bis 900 Millionen Euro. Man habe dafür aber ausreichende Rückstellungen gebildet. Ab sofort sollen als erstes die 1002 hochradioaktiven Brennelemente aus dem Reaktor entfernt werden. 990 davon werden zunächst in Castorbehältern im Zwischenlager auf dem Kernkraftwerksgelände untergestellt, zwölf noch unbenutzte an noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerke abgegeben.

200 beschädigte Brennstäbe müssen vorher zudem erst noch in Spezialbehälter verpackt werden. Dafür sind insgesamt 21 Castoren bestellt und teilweise schon geliefert worden. Diese Castoren dürften noch bis mindestens 2050 in Geesthacht bleiben. Dann wird frühestens mit der Inbetriebnahme eines bundesweiten Endlagers für hochradioaktive Stoffe gerechnet. Eine Bundeskommission hat sich dafür bislang noch nicht einmal auf einen geeigneten Standort geeinigt.
Den Großteil des Abriss-Mülls, etwa 505 000 Tonnen, werde am Ende der Bauschutt der Gebäude ausmachen, heißt es. Nur 5000 Tonnen davon seien schwach- bis mittel-radioaktiv belastet. Sie könnten zunächst im Standortzwischenlager in Krümmel selber gelagert werden, sollen dann möglichst bald ins für 2022 geplante neue Endlager „Schacht Konrad“ in Salzgitter gebracht werden. Von den anderen, überhaupt nicht radioaktiv belasteten 500 000 Tonnen würden zum Beispiel Stahl- und Kupfer-Bestandteile recycelt werden. Der Rest dieses Schutts solle dann nach einer erneuten genauen Kontrolle freigegeben und nach Möglichkeit auf Deponien im Umland eingelagert werden, sagen Habeck und Wasmuth. Dieser Teil des Mülls sei harmlos, sagt Habeck.

Er wisse aber, dass sich Bürger womöglich trotzdem um die Sicherheit Sorgen machen könnten. Daher stünden bei allen Schritten Sicherheit und Transparenz ganz oben. Vattenfall informiert zum Beispiel unter www.perspektive-kruemmel.de über die nächsten Schritte des Rückbaus.

Von Wolfram Hammer

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