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Norddeutschland Küstenwache probt vor Neustadt für Flüchtlings-Einsatz
Nachrichten Norddeutschland Küstenwache probt vor Neustadt für Flüchtlings-Einsatz
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23:18 28.01.2016
Die Bundespolizei See bereitet sich auf ihren ersten maritimen Auslandseinsatz im Rahmen der Europäischen Grenzschutzagentur Frontex vor. Quelle: Lutz Roessler
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Neustadt

Im Mittelmeer leider ein alltägliches Bild, in der Ostsee spektakulär und ungewöhnlich: In einer Einsatzübung hat die Bundespolizeiinspektion See in Neustadt am Donnerstag die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot geprobt. 25 Beamte mussten sich von ihren Kollegen aus der nur drei Grad kalten Neustädter Bucht fischen lassen. Die Beamten laufen sich damit für ihren bevorstehenden Einsatz in der griechischen Ägäis warm. Ab 1. März werden 30 Bundespolizisten aus Neustadt, Warnemünde und Cuxhaven die griechischen Behörden bei der Sicherung der EU-Außengrenze unterstützen und der Bekämpfung der Schleuserkriminalität unterstützen.

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„Dort werden wir es wohl täglich mit solchen Szenarien zu tun bekommen“, prognostiziert Frank Rogatty, Polizeihauptkommissar aus Neustadt, der den Einsatz in Griechenland leiten wird. Überladene Boote voller Flüchtlinge gehörten für die griechische Küstenwache zum Tagesgeschäft. Für die Beamten aus dem Norden, die sich allesamt freiwillig für den Einsatz gemeldet hätten, gilt das hingegen nicht.

Geprobt werden die bevorstehenden Aufgaben deshalb möglichst realistisch. Als das Streifenboot der Küstenwache auf das Schlauchboot mit den von Beamten gespielten „Flüchtlingen“ zuhält, gehen die sofort ins Wasser. „Das passiert oft“, erklärt Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. „Entweder wird es ihnen von den Schleusern befohlen, damit sie sich aus dem Staub machen können, oder die Flüchtlinge bekommen Panik, wenn die Polizei kommt.“

Mit Rettungsringen werden die in Not Geratenen in kleinen Bündeln aus der Ostsee gezogen und auf dem Vordeck des Streifenbootes versammelt. Danach folgt der zweite Teil der Übungsmission: Das Schleuserboot wird aufgebracht. Und das ist riskant. „Die Schleuser wissen, dass ihnen in Griechenland lange Gefängnisstrafen drohen und versuchen deshalb alles, um ihrer Verhaftung zu entgehen“, erklärt Frank Rogatty.

Der Beamte, der bei der Übung die Rolle des Schleusers übernehmen muss, hat deshalb ein Messer bei sich. Als die Polizisten an Bord die Waffe bemerken, wird ihr Kollege umgehend von mehreren zu Boden gebracht und festgenommen. Übung abgeschlossen.

Heute sollen die beiden Streifenboote BP 62 „Uckermark“ und BP 64 „Börde“ in Hamburg auf einen Frachter verladen und zur Insel Samos verschifft werden. Der Einsatz steht unter Ägide der europäischen Grenzschutzagentur Frontex. Griechenland hatte dort Hilfe zum Schutz seiner Außengrenzen angefordert.  

Oliver Vogt

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