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Norddeutschland Wer malt das schönste Weihnachtsbild?
Nachrichten Norddeutschland Wer malt das schönste Weihnachtsbild?
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20:19 02.12.2018
Auch eine Klappkarte für Weihnachtsgrüße hat Ida (8) im Kunstkurs gemalt.   Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Konzentriert schneidet Ida die Styropor-Schablone mit einer Schere aus. Eins, zwei vorsichtige Schnitte an der Kante, dann sind die Konturen eines Klassikers beliebter Motive der Weihnachtszeit zu erkennen. Unverkennbar, das ist ein Tannenbaum. Fehlt nur noch die Farbe. Dunkelgrün, ein kräftiger, deckender Ton.

Konzentriertes Arbeiten: Die Schüler an der Kunst- und Musikschule Lübeck malen Weihnachtsbilder. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Ida schnappt sich eine kleine Rolle, tunkt sie in die Linoldruckfarbe, geht damit einmal über die Schablone, presst diese dann auf ein weißes Blatt Papier. Fertig ist das Motiv. „Was kann ich noch malen?“, fragt die Achtjährige ihren Kunstlehrer Tiemo Schröder, der in diesem Moment am anderen Ende der Werkstatt Theo, fünf Jahre alt, beim Sterne ausschneiden hilft. „Ich komme sofort zu dir“, antwortet der 55-Jährige.

Mal-Anfänger brauchen keine Angst haben: In der Kunst gibt es kein Richtig und Falsch

Viel zu tun gibt für den Kunstlehrer. Er ist erster Ansprechpartner für seine sechs Schüler. Auf dem Programm stehen an diesem Nachmittag Weihnachtsbilder. Tiemo Schröder gibt den Kindern praktische Tipps beim Malen, bei der Wahl der Farben, der Motive, der Komposition des Bildes.

Berät Schüler bei der Motivwahl: Kunstlehrer Tiemo Schröder. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Seit 25 Jahren gibt der 55-Jährige Malkurse an der Lübecker Musik- und Kunstschule, für Fünfjährige genauso wie für 80-Jährige. Seine Mission: den Menschen die Hemmungen beim Schaffensprozess nehmen. Wer ein Bild malen wolle, könne nicht viel falsch machen, könne keinen falschen Ton treffen, wie etwa beim Musizieren. „Es gibt in der Kunst kein Richtig und kein Falsch“, betont Tiemo Schröder. „Alles, was entsteht, ist wahrhaftig.“

Hier sehen Sie alle Weihnachtsbilder unserer kleinen Künstler aus dem Jahr 2017 zum Durchklicken - viel Spaß!

Kreativ werden mit Pinsel und Farben: Eltern können ihren Kindern helfen – aber nicht zu viel

Eltern empfiehlt er deshalb, nicht zu stark in den Schaffensprozess ihrer Kinder einzugreifen. „Die kreativen Ideen kommen meistens ganz von allein“, sagt der Kunstlehrer. Helfend dabei sein, zuschauen, gemeinsam nach Motiven suchen sei hingegen eine gute Idee. „Eltern können auch auf einem anderen Blatt Papier etwas vorzeichnen, an dem sich Kinder orientieren können.“ Reinmalen in das Bild eines jungen Künstlers sollte man hingegen auf gar keinen Fall.

Grün, Rot, Gelb sind präsente Farben in der Weihnachtszeit. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Idas Weihnachtsbaum nimmt langsam Gestalt an. Ein paar Minuten trocknet sie mit einem Fön die Farbe, zeichnet dann mit Buntstiften Baumschmuck und Kerzen. Mit den Druckschablonen zaubert sie Geschenke unter die Tanne, im Himmel platziert die Achtjährige einen hellgelb leuchtenden Stern – und einen Engel. „Der ist wunderbar geworden“, lobt der Kunstlehrer und gibt ihr noch einen kleinen Tipp: „Vielleicht malst du noch ein paar mehr Sterne, damit das Bild nicht so viel Weiß enthält.“

Engel, Sterne, Tannenbaum: Welche Motive passen noch zu Weihnachten?

Im Atelier haben die Kinder viel Platz und die passende Ausstattung für größere Farbexperimente. Um ohne Hemmungen zu Hause loslegen zu können, empfiehlt Tiemo Schröder Bunt- und Wachsmalstifte für feine Zeichnungen. Für das Malerische, Gröbere können Pinsel und Tuschkasten oder auch Pastellkreiden herhalten.

So könnt ihr teilnehmen

Der Stern über Bethlehem, ein Rentierschlitten mit Weihnachtspäckchen, die Krippe im Stall: Die LN suchen auch dieses Jahr die schönsten Weihnachtsbilder. Welche Werke in die Zeitung kommen, entscheidet kurz vor dem Fest eine Jury. Wir rufen alle Kinder bis zwölf Jahre auf: Malt uns, was euch zu Weihnachten einfällt! Ob Buntstift, Tusche oder Wachsmaler – die Technik wählt ihr selbst aus. Wir zeigen alle Werke auf www.LN-Online.de, die schönsten Bilder drucken wir in der Weihnachtsausgabe am 25. Dezember. Jedes Bild soll als farbiges Original auf einem Din-A4-Blatt (nicht größer!) bis spätestens 17. Dezember bei uns ankommen, per Post an: Lübecker Nachrichten „Weihnachtsbild“ Herrenholz 10-12 23556 Lübeck oder in einer der LN-Geschäftsstellen abgeben.

Zusätzlich brauchen wir ein Porträtfoto von euch, Name, Alter, Anschrift und Telefonnummer sowie eine Bestätigung der Eltern, dass ihr das Bild selbst gemalt habt und wir es mit Foto und Namen veröffentlichen dürfen. Foto, Namen und Adresse könnt ihr auch per E-Mail senden an Weihnachtsbild@LN-Luebeck.de. Die Bilder schicken wir später zurück.

Thematisch müsse es bei Weihnachtsbildern natürlich nicht nur der Tannenbaum sein. Geschenke, Engel, Figuren aus der Weihnachtsgeschichte, Sterne – der Fantasie seien da keine Grenzen gesetzt. Wichtig sei es, gleich zu Beginn einen Fokus zu setzen, um sich nicht zu verzetteln. Und ganz wichtig: Kinder sollten Motive wählen, auf die sie selbst wirklich Lust haben und nicht nur die anderen. „Wer keinen Weihnachtsmann malen will, sollte das auch nicht tun“, sagt der Kunstlehrer. „Sonst wird das Bild nichts.“

Saskia Bücker

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