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Norddeutschland LN-Telefonaktion: Herz-Spezialisten geben Rat
Nachrichten Norddeutschland LN-Telefonaktion: Herz-Spezialisten geben Rat
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06:00 14.03.2019
Bei der großen LN-Telefonaktion berieten Prof. Stefan Klotz, Prof. Gert Richardt und PD Dr. Justus Groß (v.l.) die Anrufer rund um das Herz-Kreislauf-System. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

 Vorhofflimmern, Bluthochdruck, Krampfadern, Herzschrittmacher: Diese und weitere Themen beschäftigten die Anrufer der großen LN-Telefonaktion, die am Dienstag gemeinsam mit den Segeberger Kliniken veranstaltet wurde. Drei Stunden lang beantworteten Priv. Doz. Dr. Justus Groß, Prof. Dr. Gert Richardt und Prof. Dr. Stefan Klotz alle Fragen rund um das Herz-Kreislauf-System. Die Chefärzte der Klinik für Gefäßchirurgie, Kardiologie und Herzchirurgie sind Experten auf diesem Gebiet und gaben besorgten Anrufern Rat. Jeder der Ärzte hatte seine eigene Nummer, über die der Anrufer gezielt zum richtigen Ansprechpartner durchgestellt wurde.

Einer der insgesamt 37 Anrufer war Hildegard Bartsch. Die 77-Jährige klagte über Besenreiser im Bein, die sie entfernen lassen möchte. Allerdings hat sie eine Katheter-Untersuchung hinter sich, die erst vor Kurzem durchgeführt wurde. Sie befürchtete, dass das Entfernen der Besenreiser den Druck in ihren Arterien erhöhen könne. Schnell entkräftete Dr. Groß ihre Befürchtungen. „Keine Sorge Frau Bartsch. Das ist kein Problem.“ Ruhig und ausgiebig erklärte er ihr den Aufbau der Gefäße und schilderte, warum Besenreiser den Arterien-Druck nicht beeinflussen würden. Vielmehr riet er ihr, zum Dermatologen zu gehen.

Mehr zum Thema: Hier lesen sie mehr aus unserer LN-Gesundheitsserie

Bei Prof. Dr. Gert Richardt, Chefarzt der Kardiologie, landeten viele Anrufer mit Fragen zum Vorhofflimmern – einer häufig auftretenden Form der Herzrhythmusstörung. Dies sei aber nicht lebensgefährlich, erklärte Richardt den meist besorgten Anrufern. Jedoch machte er auf die Gefahr eines Schlaganfalls aufmerksam. Die Sorge vor einem solchen Gehirnschlag teilten viele seiner Anrufer. Indem er ihnen die Ursachen und Hintergründe eines Vorhofflimmerns erklärte, konnte er viele beruhigen.

Einen Platz weiter klingelte kurze Zeit später das Telefon von Prof. Dr. Stefan Klotz. Er ist Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie. Die 70-jährige Krista Kretschmer war am Apparat. Nach dem Duschen klopfte ihr Herz so stark, dass sich ihre Bauchdecke mitbewegte. „Ich war richtig erschrocken“, sagte die 70-Jährige. „War das Herzklopfen rhythmisch?“, möchte Dr. Klotz wissen. „Ja, war es. Soll ich damit mal zum Arzt gehen?“, fragte Kretschmer. Nicht unbedingt, erwiderte Dr. Klotz und stellte weitere Fragen, bis er Entwarnung geben konnte. „Wir nennen das Palpitation, wenn man das eigene Herz spürt“, sagte Klotz. Wiederhole sich der Vorfall, würde er ihr raten, dem Arzt einen Besuch abzustatten. Dann müsse ein Langzeit-EKG gemacht werden, erklärte er ihr. Aber bis dahin sei alles gut. Die Seniorin wirkte beruhigt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Chefärzte der Segeberger Kliniken Patienten außerhalb ihrer Klinik beraten. „Wir wollen, dass die Patienten gut über ihre Herzerkrankung informiert sind“, sagt Dr. Richardt. Denn je mehr der Patient über seine Erkrankungen wisse, umso besser sei die Mitarbeit bei Therapien und Behandlungen. Es sei eine gute Option, um auf einer anderen Ebene mit den Patienten zu sprechen, sagt Dr. Klotz – fern der Klinik und ohne weißen Kittel.

Das Telefongespräch ersetze jedoch nicht das direkte Arzt-Patienten-Gespräch, betonten die Segeberger Chefärzte. Man könne über das Telefongespräch eine grobe Einschätzung der Beschwerden geben, sagt Richardt. Allerdings ersetze dies nicht den persönlichen Kontakt zum Arzt.

Fabian Boerger

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