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Norddeutschland Land braucht dringend Lehrer für Flüchtlinge
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22:19 15.10.2015
Bernd Schauer.
Kiel

Die Landesregierung Schleswig-Holsteins rechnet damit, dass die Zahl der Asylbewerber in diesem Jahr auf über 50000 steigen wird. Rund ein Drittel davon werden Kinder und Jugendliche sein, die Anspruch auf einen Schulplatz haben müssen. Daher wird es für das Land immer dringender, mehr Lehrer für die jungen Flüchtlinge zu finden. „Um den Kindern einen vernünftigen Deutschunterricht bieten zu können, müssten sie in Gruppen von höchstens zwölf Kindern unterrichtet werden“, erklärt Bernd Schauer, Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Schleswig-Holstein. „Dazu brauchen wir etwa 1600 neue Lehrerstellen in Schleswig-Holstein, von denen bislang nur 600 abgedeckt wären. Wir müssen also zügig handeln.“

„Noch befinden wir uns nicht in einer Notsituation“, betont der schulpolitische Sprecher der SPD im Landtag, Kai Vogel, „aber man kann anhand der steigenden Flüchtlingszahlen noch nicht sagen, wie lange noch.“ Es sei also wichtig, sich jetzt verstärkt um Studierende zu bemühen und dafür zu sorgen, dass sie schneller in den Beruf einsteigen. CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen will Seiteneinsteigerprogramme für Lehrer schaffen, so dass etwa jemand, der Mathematik nicht auf Lehramt studiert hat, trotzdem als Lehrer arbeiten und nebenbei Pädagogikkurse belegen kann. Auch solle dafür geworben werden, dass pensionierte Lehrer und Asylbewerber mit Bleiberecht unterrichten dürfen.

GEW-Chef Schauer betont, es sei jetzt wichtig, insbesondere um mehr Studierende für DaZ (Deutsch als Zweitsprache) zu werben. „Es müssen vermehrt DaZ-Kurse für Studenten angeboten und Möglichkeiten geschaffen werden, entsprechende Zusatzqualifikationen auch außerhalb des Studiums zu erwerben.“ Zudem müsse geprüft werden, ob vereinzelt Leute eingestellt werden könnten, die zwar kein Hochschulstudium haben, aber trotzdem Qualifikation mitbringen, so Schauer. Die Universitäten reagieren bereits auf den zusätzlichen Bedarf an Lehrkräften. An der Europa-Universität Flensburg sollen bis 2018 zusätzliche Studienplätze für das Lehramt geschaffen werden.

Nach Auskunft von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) ist Schleswig-Holstein auf die anhaltend hohen Flüchtlingszahlen an schulpflichtigen Kindern gut vorbereitet. So sei schon zu Beginn dieses Jahres die Zahl der Stellen für DaZ-Zentren an allgemein bildenden Schulen um 125 erhöht worden. Um den weiteren Bedarf zu decken, gebe es ein ständiges Fortbildungsangebot. Aktuell laufen nach Angaben des Ministeriums 13 parallele DaZ-Kurse mit 370 Teilnehmenden, weitere sechs starten ab November. Die Fortbildung dauert ein Jahr und findet in verschiedenen Modulen statt. Elisa Speth

LN

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