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Norddeutschland Land klinkt sich aus Planung der A 20 aus
Nachrichten Norddeutschland Land klinkt sich aus Planung der A 20 aus
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10:21 20.12.2017
Bislang endet die A 20 kurz vor Bad Segeberg. Wann es weitergeht, ist offen.  Quelle: CARSTEN REHDER/DPA
Bad Segeberg/Kiel

Bislang hatte der Landesbetrieb Verkehr (LBV) das Mammutprojekt allein geschultert. Dass die Deges die Zuständigkeit übernimmt, sei kein Misstrauensbeweis dem LBV gegenüber, sagte FDP-Verkehrsminister Bernd Buchholz gestern bei der Vertragsunterzeichnung. Sie sei aber nun einfach mal auf Projekte dieser Dimension spezialisiert. Und die LBV-Planer würden anderswo im Land dringend für andere Projekte gebraucht.

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Alles über die Planung der A-20-Fortsetzung sowie über die bestehende Autobahn erfahren Sie auf unserer Themenseite!

Eigentlich hatte Kiels FDP-Verkehrsminister Bernd Buchholz gestern parallel zur Vertragsunterzeichnung mit der Deges auch einen Zeitplan für den Weiterbau der letzten 80 Kilometer Ostseeautobahn von Segeberg bis zur Elbe vorlegen wollen. Doch daraus wurde nichts. Man habe sich noch nicht in alle Unterlagen einarbeiten können, um solche Prognosen abgeben zu können, erklärte Deges-Geschäftsführer Dirk Brandenburger. Speziell beim „Fehlerheilungsverfahren“ auf dem Abschnitt um Bad Segeberg warte man noch auf das Ergebnis einiger Gutachten.

Auf diesem sogenannten „Abschnitt 3“ hatte das Oberverwaltungsgericht die Arbeiten nach Klagen von Umweltverbänden gestoppt und Nachbesserungen beim Fledermausschutz sowie die Prüfung weiter südlich verlaufender Trassenvarianten gefordert. Jetzt stehen noch die Ergebnisse einer neuen artenschutzrechtlichen Begutachtung und einer Verträglichkeitsprüfung der korrigierten Planung mit dem Schutzgebiet Kalkberghöhlen aus. Ob am Ende all die noch vom LBV ausgearbeiteten Nachbesserungen wirklich ausreichen, um in der nächsten Runde vor dem Gericht zu bestehen, das mag der Deges-Manager nicht beurteilen. Vorsichtshalber gaben Buchholz und Brandenburger gestern jedenfalls gleich schon mal eine andere Maßgabe aus: Die A 20 werde jetzt nicht mehr stur von Ost nach West gebaut. Man werde stattdessen immer dort bauen, wo nach Abschluss von Klageverfahren gerade Baurecht besteht.

Das sei umso wichtiger, wenn auf den betreffenden Abschnitten langwierig große Bauwerke errichtet werden müssten. So sollte zum Beispiel der Bau des Abschnittes vier von Bad Segeberg bis Bad Bramstedt samt des aufwendigen Autobahnkreuzes mit der A 7 schnell vorangetrieben werden – und das auch dann, wenn die Arbeiten auf der Trasse der Südumfahrung von Bad Segeberg ruhen. „Wir bauen jetzt im Lückenschlussverfahren“, sagt Buchholz. Immerhin: Noch heute Abend werde es einen neuen Termin für Gespräche mit den Umweltverbänden geben, an denen jetzt auch die Deges teilnimmt. Schließlich sei der A-20- Bau „eines der anspruchsvollsten Autobahn-Neubauprojekte in Deutschland“, sagt Brandenburger – und das gelte gerade auch für die Umweltschutzbelange. Dennoch gibt sich der Deges-Geschäftsführer zuversichtlich: Man habe Erfahrung mit 170 Autobahnprojekten und bislang alle Klagen überstanden. Am Ende seien dann alle Autobahnen auch gebaut worden.

Die freien LBV-Mitarbeiter sollen ab 2018 vor allem den dreistreifigen Ausbau der B 404 südlich von Bargteheide vorantreiben und den Bau der Ortsumfahrung von Geesthacht, sagt Buchholz. Auch für den Ausbau der B 5 an der Westküste soll es dann mehr Planer geben. Und schließlich wolle man ja auch die vielen maroden Landesstraßen viel schneller sanieren als bisher, sagt der Verkehrsminister.

Von Wolfram Hammer

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