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Norddeutschland Land macht Mädchenheim dicht
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18:17 05.03.2016
Das geschlossene Jugendheim in Flensburg. Quelle: Karsten Sörensen

Im Fall des am Freitagabend von der Heimaufsicht geschlossenen Kinder- und Jugendheims in Flensburg (die LN berichteten) hat sich das Kieler Sozialministerium jetzt zu den Gründen erklärt. „Es gab ernstzunehmende Hinweise auf den Konsum harter Drogen innerhalb der Einrichtung“, so Ministeriumssprecher Frank Lindscheid. Da das Kindeswohl unter diesen Umständen nicht mehr gewährleistet gewesen sei, habe das Land dem Träger der Einrichtung jetzt die Betriebserlaubnis entzogen. Die in dem Heim untergebrachten Jugendlichen seien auf andere Einrichtungen verteilt worden, sagte Lindscheid.

Nach LN-Informationen war die Einrichtung, in der zehn Bewohnerinnen zwischen 14 und 19 Jahren betreut wurden, am Freitag von der Polizei mit Drogensuchhunden vier Stunden lang durchsucht worden.

Rauschgift wurde dabei aber offenbar nicht gefunden. Die zuständigen Ermittlungsbehörden waren gestern für nähere Details nicht zu erreichen.

Auch wenn die Umstände offenbar anders gelagert sind, erinnert der aktuelle Fall an die Schließung des „Friesenhofs“ im Frühjahr 2015. Dort sollen die Bewohnerinnen jahrelangen Demütigungen bis hin zu körperlichen Misshandlungen ausgesetzt gewesen sein. Der Heimaufsicht wurde damals vorgeworfen, zu spät auf die Missstände reagiert zu haben. In Flensburg schien es jetzt hingegen sehr schnell gegangen zu sein.

„Der Fall macht deutlich, wie das Landesjugendamt arbeitet. Wenn Hinweise eingehen, werden — im Rahmen der zur Zeit bestehenden rechtlichen Möglichkeit — umgehend die erforderlichen Maßnahmen ergriffen“, erklärte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) gestern gegenüber den LN. Es sei klar, dass eine Einrichtung umgehend geschlossen werde, sobald das Kindeswohl nicht mehr gewährleistet sei.

Ihr Ministerium habe unlängst Vorschläge dafür gemacht, wie die Bestimmungen des Sozialgesetzbuchs (SGB) in diesem Bereich weiter verschärft werden könnten. ov

LN

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