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Norddeutschland Land schließt acht Flüchtlings-Erstaufnahmen
Nachrichten Norddeutschland Land schließt acht Flüchtlings-Erstaufnahmen
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21:34 12.07.2016
Die Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Lübecker Volksfestplatz soll die Stadt als Dauerquartier übernehmen. Quelle: Oliver Schmidt
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Kiel

SPD-Innenminister Stefan Studt hat es gestern in Kiel angekündigt. Acht Unterkünfte, die im vergangenen Jahr in aller Eile entstanden waren, werden bis Ende dieses Jahres komplett geschlossen: In Itzehoe, Kellinghusen, Husum, Albersdorf, Eggebek, zwei in Kiel und die Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Lübecker Volksfestplatz, die die Stadt als Dauerquartier übernehmen soll. Damit fallen zusammen 4500 Erstaufnahmeplätze weg. Die Erstaufnahmen in Neumünster – mit der Außenstelle Boostedt – und Glückstadt – mit der Außenstelle Rendsburg – bleiben als „Qualifizierte Erstaufnahmeeinrichtungen“ erhalten. Hier stehen zusammen 6500 Plätze zur Verfügung. Die Unterkünfte Seeth, Lütjenburg, Alt Duvenstedt und Leck bleiben außer Betrieb, werden aber als Reservestandorte geführt, um die Platzzahl notfalls wieder auf insgesamt 15000 aufstocken zu können.

In der Ex-Kaserne in Bad Segeberg sollen noch im Juli vorübergehend erste Flüchtlinge aus Hamburg untergebracht werden. Der Senat hatte Schleswig- Holstein um Unterstützung gebeten, will dafür auch zahlen. Er rechne dort zunächst mit einer Flüchtlingszahl im niedrigen dreistelligen Bereich, betonte Studt.

Die Gesellschaft erwarte zu Recht einen verantwortungsvollen und ausgewogenen Umgang mit Ressourcen, so Studt. Daher werde das Land die Strukturen flexibel an die Gegebenheiten anpassen. Derzeit sind landesweit nur 1200 Erstaufnahmeplätze belegt. Bei der Auflösung von Standorten würden die sozialen Belange betroffener Mitarbeiter berücksichtigt, versicherte der Innenminister.

Im ersten Halbjahr 2016 trafen in Schleswig-Holstein nur noch 6500 Flüchtlinge ein. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 55000, von denen 35 000 im Land bleiben konnten. Seit März dieses Jahres ist die Zahl aber deutlich zurückgegangen. Im Juni kamen nur noch rund 500 Flüchtlinge neu ins Land. Im Februar waren es noch 2000 gewesen. Wenn der Trend anhält, könnten es bis Jahresende weniger werden als die gut 27 000, mit denen das Land bisher kalkuliert hat. Von den in diesem Jahr eingetroffenen Flüchtlingen kamen die weitaus meisten aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. 59 Prozent stammen aus Ländern mit guter Bleibeperspektive, nur gut zwei Prozent aus sogenannten sicheren Herkunftsländern.

 wh

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