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Norddeutschland Land untersagt die Jagd in Gattern
Nachrichten Norddeutschland Land untersagt die Jagd in Gattern
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21:56 29.02.2016
Gregor Graf von Bismarck ist Eigentümer eines Jagdgatters.
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Kiel

 Damit wächst der Druck auf die Betreiber, unter anderem die Familie Bismarck, ihre Jagdgatter aufzugeben.

Wie berichtet hatten die drei Eigentümer der schleswig-holsteinischen Jagdgatter, die sich im Sachsenwald und in Wiedenborstel (Kreis Steinburg) befinden, Anfang Februar gegen eine Verfügung geklagt, das schon 1999 erlassene Jagdgatterverbot umzusetzen und die Gehege abzubauen. Bis zu einer Entscheidung werden aber noch Jahre vergehen, in denen weiter gejagt werden dürfte.

„Das können wir als Land nicht hinnehmen“, erklärt Sandra Redmann, umweltpolitische Sprecherin der Kieler SPD-Fraktion. Man habe lange gehofft, dass sich die Betreiber kooperativ zeigen und gemeinsam mit dem Land an einer Lösung arbeiten würden. „Aber über den Klageweg zu versuchen, den Abbau der Jagdgatter noch über Jahre zu verzögern, ist keine Art und Weise, miteinander umzugehen“, kritisiert Redmann.

Nach Angaben des Kieler Umweltministeriums könnten die Betreiber zwar ein Normenkontrollverfahren anstrengen. Das Gesetz trete aber selbst dann zunächst in Kraft. Voraussichtlich ab Frühsommer werde die Jagd in Gattern damit illegal sein. Ausnahmen sieht das Gesetz nur noch zu Naturschutzzwecken vor.

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) begrüßte den Beschluss. Da sich eine Gerichtsentscheidung noch über Jahre hinziehen könne, „stellt ein Jagdverbot nun sicher, dass in dieser Zeit in diesen Jagdgattern nicht mehr aus kommerziellen Gründen gejagt wird“. Das widerspreche den Grundsätzen einer naturnahen Jagd und müsse unterbunden werden.

Von der Opposition kommt kaum Widerspruch. Man stehe ebenfalls zum Gatterjagd-Verbot, hieß es aus der CDU-Fraktion. Oliver Kumbartzky (FDP) beklagte lediglich, „dass die Landesregierung Verbote erlässt, ohne überhaupt die Beteiligten dazu anzuhören“.

Zu Freude der Opposition wurde dagegen die geplante Aufhebung des Betretungsverbotes für ungenutzte Ackerflächen aus dem Gesetzentwurf gestrichen. Vor allem Landwirte und Jäger hatten sich strikt dagegen gestellt, fürchteten Schäden an ihren Äckern und Störungen von Jungtieren.  

O. Vogt

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