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08:27 22.12.2015
„Dieses Paket ist ein großer Schritt für die Familien in Schleswig-Holstein.“   SPD-Sozialministerin Kristin Alheit Quelle: dpa
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Kiel

Von dem Geld soll vor allem die Zahl der Betreuungsplätze erhöht werden. Dafür stehen alleine 42 Millionen Euro an zusätzlichen Investitionsmitteln zur Verfügung. Mit den zusätzlichen Plätzen soll der erwartete höhere Bedarf durch Einheimische, aber auch durch Flüchtlingskinder abgedeckt werden. Dafür will das Land in den Jahren 2016 bis 2018 die frei werdenden Mittel aus dem vom Verfassungsgericht gekippten Betreuungsgeld einsetzen. Die 42 Millionen Euro können für Neu-, An- und Umbauten oder auch für die Ausstattung ausgegeben werden, heißt es.

18,5 Millionen Euro bekommen die Kommunen als Ausgleich für Mehrkosten, die sie wegen der zusätzlichen Betreuungsplätze haben. Für Fachpersonal soll ebenfalls mehr Geld fließen, damit sich die Betreuungsqualität verbessert: 51 Millionen Euro. Damit gäbe es je Ganztagsgruppe eine halbe Stelle zusätzlich, so die Rechnung der Regierung in Kiel. So könnten sich auch am Nachmittag zwei Fachkräfte um die Kinder kümmern. Die Förderung der 100 Familienzentren und der pädagogischen Fachberatung sowie des Qualitätsmanagements wolle das Land bis 2018 mit insgesamt 27 Millionen Euro fortsetzen.

„Dieses Paket ist ein großer Schritt für die Familien in Schleswig-Holstein, das weitere spürbare Verbesserungen in der Kinderbetreuung bringt“, sagte Alheit. „Schleswig-Holstein ist beim U3-Ausbau die Nummer eins unter den Westländern, mit der jetzigen Investitions-Offensive stärken wir die Qualität und den weiteren Ausbau.“ Das Land schaffe zugleich die Basis für eine gelungene Integration von Flüchtlingskindern. „Das Jahr 2016 wird das Jahr der Integration, und das beginnt bei den Kindern in den Kitas“, sagte Alheit.

Die Spitzenvertreter der Kommunen freuten sich darüber, dass die Betreuung von Flüchtlingskindern über zusätzliche Betriebskostenzuschüsse abgesichert und dass es auch in den kommenden Jahren Zuschüsse von mehr als 40 Millionen Euro für notwendige Investitionen geben wird. Außerhalb der Vereinbarung mit den Kommunen erhöht das Land ab 2016 die Mittel für Sprachbildung an den Kindertageseinrichtungen um zwei Millionen auf jährlich sechs Millionen Euro. Zur Betreuung traumatisierter Kinder bekommen Kitas die Möglichkeit, fachliche Unterstützung anzufordern. Dafür sind für 2016 eine Million Euro vorgesehen.

Die CDU-Familienpolitikerin Katja Rathje-Hoffmann hält die Freigabe zusätzlicher Mittel für die Verbesserung der Qualität in Kitas für „überfällig“. Die CDU habe das bereits im Frühjahr gefordert, auch die Verbesserung des Fachkräfteschlüssels. Leider würden die von der Albig-Regierung bereitgestellten Mittel aber nicht ausreichen. Die Union habe weitere 20 Millionen Euro für diesen Zweck eingefordert. SPD, Grüne und SSW hätten das bei den Haushaltsberatungen in der letzten Woche aber abgelehnt.

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit 1723 Kindertageseinrichtungen mit 104.777 Betreuungsplätzen. Es werden rund 102.400 Kinder betreut. In den Kitas sind knapp 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Knapp 20.300 Kinder unter drei Jahren besuchen ein Krippe oder werden von einer Tagesmutter betreut. Das entspricht einer Versorgungsquote von 30,3 Prozent.

Wolfram Hammer

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