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Norddeutschland Landespolitik stellt klar: Kein neues Geld für Lübecks Airport
Nachrichten Norddeutschland Landespolitik stellt klar: Kein neues Geld für Lübecks Airport
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09:22 20.03.2016
Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck/Kiel

Der Lübecker Flughafen steckt einmal mehr in der Krise. Nachdem auch noch die Linie Wizz Air abgesprungen ist, herrscht im Landeshaus und Kieler Regierungsviertel zwar Bedauern über die Lage in Blankensee. Landesgeld, da sind sich alle Politiker einig, werde aber nicht fließen.

„Es herrscht hier in keinster Weise Freude über die Entwicklung“, sagt Kai Vogel, Verkehrsexperte der SPD-Landtagsfraktion. Man hoffe sehr, dass es dem Insolvenzverwalter gelingt, einen neuen Investor zu finden. Möglicherweise müsse sich der Flughafen auch breiter aufstellen, rät Vogel. Der Flughafen Rostock zum Beispiel habe sich erfolgreich aufs Frachtgeschäft gestürzt. Nur eines sei leider klar: „Das Land Schleswig-Holstein kann es sich schlicht nicht leisten, in den Flughafen Lübeck zu investieren.“ Es sei „bedauerlich, dass eine Stadt wie Lübeck ohne Flughafen ist“, sagt auch der SPD- Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch. Aber wenn von dort niemand fliege, verbiete sich auch die Unterstützung mit Steuergeldern.

Es seien vor allem auch die EU-Wettbewerbsrichtlinien, die eine Unterstützung des Landes für Blankensee verbieten, sagt der FDP-Politiker Christopher Vogt. Dass Blankensee damit auf ein ähnliches Niveau wie der Landeplatz Kiel-Holtenau abzusinken drohe, sei ungut. Die Regierung müsse endlich ein Luftverkehrskonzept für Norddeutschland anstoßen. Wenn der Flughafen Lübeck darin als dritte Start- und Landebahn für Hamburg-Fuhlsbüttel festgelegt und vom dortigen Airport übernommen werden würde, hätte er eine sichere Zukunft. Ohne ein solches Konzept werde die Region dem Großflughafen Kopenhagen nach Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels nichts entgegenzusetzen haben, Fuhlsbüttel werde ein Zubringerflughafen, der Berliner BER sei absehbar jetzt schon zu klein.

„Die Landesregierung hat stets die Auffassung vertreten, dass es wünschenswert ist, den Flughafen Lübeck als öffentliche Verkehrsinfrastruktur zu erhalten und nicht aufzugeben“, sagt auch Kiels SPD- Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele. Es werde am Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel ganz sicher „irgendwann zu Kapazitätsengpässen kommen“. Und es sei angesichts des deutschen Planungsrechts utopisch anzunehmen, man könne dann einfach irgendwo neue Start- und Landebahnen bauen. Immerhin habe das Land die Infrastruktur rund um den Lübecker Flughafen auch schon gefördert. Seit 1999 seien über sieben Millionen Euro hineingeflossen, es wurden zum Beispiel Bahnhaltepunkt und Autobahnanschluss gebaut.

„Ich verstehe die Haltung Hamburgs nicht, sich nicht über den Airport am Flughafen Lübeck beteiligen zu wollen“, sagt auch der CDU-Verkehrspolitiker Hans-Jörn Arp. „Hamburg wird seiner Metropolfunktion hier nicht gerecht.“ Schleswig-Holstein werde sich schon aus EU-Wettbewerbsrecht nicht dauerhaft an den Betriebskosten Blankensees beteiligen können. Das Land müsse aber bereitstehen, wenn ein neuer Investor gefunden ist und flankierende Unterstützung seiner Pläne benötigt. Arp: „Der Flughafen Lübeck ist nämlich wirklich richtig wichtig.“

Von Wolfram Hammer

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