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Norddeutschland Landespolizei: Mit Drohnen auf Verbrecherjagd
Nachrichten Norddeutschland Landespolizei: Mit Drohnen auf Verbrecherjagd
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00:13 11.02.2018
Kiel

In mehreren anderen Bundesländern wird der Einsatz der modernen Technik ebenfalls geprüft, unter anderem im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern. Sechs Länder lassen Polizei-Drohnen bereits aufsteigen.

Drohnen ermöglichten Übersichtsaufnahmen, die die Ermittlungsarbeit der Polizei bei der Auswertung von Tat- und Schadensorten „erheblich erleichtern können“, erläuterte Polizeisprecher Torge Stelck.

Darüber hinaus könnten mit den unbemannten Flugkörpern großflächige und schwer zugängliche Gebiete abgesucht werden – beispielsweise bei der Fahndung nach vermissten Personen. Auch zur Gefahrenabwehr seien Drohnen verwendbar. Derzeit verfüge die Landespolizei über keine eigenen Fluggeräte.

Das Kieler Innenministerium signalisiert Zustimmung für den Kauf von Drohnen. „Was unsere Polizei braucht, das bekommt sie auch“, sagte Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts (CDU) auf Anfrage. Grund:

Der polizeiliche Drohneneinsatz gewinne rasant an Bedeutung. Bundesweite Arbeitsgruppen zu dem Thema böten der schleswig-holsteinischen Landespolizei die ideale Möglichkeit, auf die Erfahrungen anderer bei Beschaffung und Verwendung von Drohnen sowie Schulung der Beamten zurückzugreifen.

Der amtierende Polizeidirektor Joachim Gutt erklärte, angesichts dieser Ankündigung sei die Landespolizei „fest entschlossen“, Drohnen nach Erfüllung aller Bedingungen noch in diesem Jahr anzuschaffen. „Der Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung ist bereits unter Beweis gestellt worden.“ Bis zum vergangenen Jahr hatte das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel einen Vertrag mit einem externen Dienstleiter abgeschlossen. Er überließ der Polizei für 20 Monate Drohnen. Sie seien beispielsweise nach einem Einbruch in Kiel zur Tätersuche eingesetzt worden oder zur Einschätzung des ruhenden Verkehrs auf dem A-1-Rastplatz Buddikate, teilte der Sprecher des Landespolizeiamts weiter mit.

Schleswig-Holsteins oberste Datenschützerin Marit Hansen hat grundsätzlich keine Bedenken, mahnt aber an, vorab rechtliche Fragen zu klären. Potenziell kritisch sei die heimliche Beobachtung von Personen. „Nicht in Ordnung wäre der Drohnenflug über einer friedlichen Demonstration, um Teilnehmer im Bild festzuhalten.“ Es müsse sichergestellt werden, dass der Einsatz auf das erforderliche Maß beschränkt bleibt. Es bedürfe dazu einer Rechtsgrundlage.

Mit hochauflösenden Kameras ausgestattete Drohnen haben einen Stückpreis von 50 000 Euro.

Leicht und leise

Drohnen sind billiger, leichter und leiser als Hubschrauber. Die Multicoptersysteme sind mit hochauflösenden Kameras ausgerüstet. Dank Zoomtechnik können sie auch aus mehreren Hundert Metern Höhe Tatverdächtige unbemerkt beobachten.

Sachsen-Anhalt prüft derzeit die Postierung von Drohnen an Autobahnen. Bei Staus und Unfällen sollen die Geräte automatisch aufsteigen, Bilder versenden und Einsatzkräfte lotsen. Geprüft wird, die Drohnen für nächtliche Einsätze mit Infrarotkameras auszustatten. Für private Drohnen gelten seit 2017 verschärfte Bestimmungen.

 Curd Tönnemann

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