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Landespolizei bekommt G36-Sturmgewehre

Kiel Landespolizei bekommt G36-Sturmgewehre

Schleswig-Holsteins Landespolizei wird mit dem Schnellfeuergewehr G36 ausgerüstet. Das hat die SPD-Grünen-SSW-Landesregierung jetzt beschlossen. Die Polizisten sollen damit schneller und besser auf mögliche Terroranschläge reagieren können.

Das Geld für den G36-Kauf hatte die Landesregierung bereits Ende vergangenen Jahres im Haushalt 2017 bereit gestellt.

Quelle: Heckler & Koch

Kiel. Insgesamt werden beim Hersteller „Heckler&Koch“ bis Sommer 522 Schnellfeuergewehre gekauft. Es wird sich dabei um das Modell G36c handeln, eine etwas kompaktere Version des Bundeswehr-G36. Geschätzte Gesamtkosten: Knapp zwei Millionen Euro. Zukünftig soll jeder der 290 übers Land verteilten Polizei-Mercedes-Vito mit einem Schnellfeuergewehr ausgerüstet werden.

232 Gewehre sind für Spezialkräfte vorgesehen. Das Ziel: Die Polizisten in ihren Streifenwagen sollen schneller und besser auf mögliche Terroranschläge reagieren können. Ein Schnellfeuergewehr hat eine höhere Durchschlagskraft als die herkömmliche Polizei-Maschinenpistole MP5. Außerdem ist die Reichweite, auf die präzise Schüsse abgegeben werden können, deutlich höher.

Das Geld für den G36-Kauf hatte die Landesregierung bereits Ende vorigen Jahres im Haushalt 2017 bereitgestellt. Dennoch war die Anschaffung des Schnellfeuergewehres innerhalb der Koalition hoch umstritten. Vor allem die Grünen hatten Bauchschmerzen damit. Als SPD-Innenminister Stefan Studt im September die Pläne für den G36- Kauf bereits als beschlossene Sache präsentierte, legten sie ihr Veto ein und warnten vor einer Militarisierung der Landespolizei.

Man halte es für „kaum sinnvoll“, jeden Streifenwagen „zwischen Helgoland und Lauenburger Land damit auszurüsten und die Beamtinnen und Beamten dafür ausbilden und ständig trainieren zu wollen“, erklärte Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben im Landtag – zum Unmut von CDU und FDP, aber auch weiter Teile der SPD und des SSW. Sturmgewehre sollten Spezialkräften vorbehalten bleiben.

Die jüngsten Anschläge in Deutschland seien mit Messer, Beil und Bombe verübt worden, das sei von der Polizei mit den bisherigen Waffen bekämpfbar gewesen, sagte der Grüne Innenpolitiker Burkhard Peters damals. Der Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin am 19. Dezember, als ein Attentäter mit einem Lkw in einen Weihnachtsmarkt raste, änderte diese Einschätzung offenbar. In der koalitionsinternen Diskussion setzten sich die G36-Befürworter durch.

Auch die Polizeiführung und die Gewerkschaft der Polizei GdP hatten von Anfang an für die neue Bewaffnung plädiert. Schon die Attentate in Frankreich hätten gezeigt, dass die immer als erste am Tatort eintreffenden Streifenbeamten den schwer bewaffneten Tätern heillos unterlegen waren. So seien zum Beispiel die schweren Schutzwesten der Terroristen von den Maschinenpistolen der Polizei kaum zu durchschlagen gewesen.

Anfang dieser Woche fiel nun in Kabinett und Koalition die endgültige Entscheidung für den Kauf.Am Donnerstag Abend wurden die Polizeiführungen im Land unterrichtet. Die Beamten in Schleswig-Holstein sollen jetzt in speziellen Schulungen und Anti-Terror-Übungen in der Polizeischule Eutin mit dem G36 vertraut gemacht werden. Für Innenminister Studt ist das „eine wichtige und angemessene Maßnahme zur richtigen Zeit“. Das Land reagiere auf die aktuellen Herausforderungen des internationalen Terrorismus und erhöhe die öffentliche Sicherheit in Schleswig-Holstein.

Von Wolfram Hammer

Polizeiwaffen

522 Schnellfeuergewehre G36c (Foto) soll die Landespolizei bekommen. Bislang verfügt sie neben den Dienstpistolen nur über 941 Maschinenpistolen MP5, die für den Einsatz auf einer Distanz bis 25 Meter ausgelegt sind. Ein G36 feuert bis 800 Meter präzise, heißt es. Auf den Revieren befinden sich zudem 140 mittlerweile veraltete G3-Gewehre.

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