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Norddeutschland Landespolizei will Verkehrskasper entlassen
Nachrichten Norddeutschland Landespolizei will Verkehrskasper entlassen
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21:13 13.04.2016
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Kiel

Dem Verkehrskasper geht es nun doch an den Kragen: Obwohl der Stellenabbau-Plan bei der Landespolizei inzwischen vom Tisch ist, sollen die drei Puppenbühnen abgewickelt werden. Die neun Stellen werden in andere Bereiche „umgesteuert“, heißt es in einem internen Papier der Landespolizei.

Das Drama um den Kasper ist nicht neu. Seit Jahren ringen Politik und Polizei um die Handpuppenbühnen. Innenminister von SPD und CDU wollten immer wieder den Vorhang schließen, scheiterten aber stets an der öffentlichen Empörung. Zuletzt wollte Innenminister Stefan Studt (SPD) Anfang 2015 die Puppenpolizei abwickeln. Als im Zuge der Flüchtlingskrise der geplante Abbau von 122 Stellen gestoppt wurde, schien auch der Kasper gerettet zu sein. Doch weit gefehlt: „Es wird aktuell intern geplant, die eingesetzten Polizeibeamten aus den Puppenbühnen herauszunehmen und alternative Träger- oder Betreiberkonzepte zu entwickeln“, sagt Torge Stelck vom Landespolizeiamt.

In der Diskussion sind Modelle, die Bühnen zu privatisieren oder in die Hände pensionierter Polizisten zu geben. „Die Planstellen der neun Polizisten werden in aufwachsende Aufgabenfelder wie der Bekämpfung der Cyberkriminalität eingesetzt werden“, sagt Stelck. Der Zeitplan sei aber noch offen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnet das Vorhaben des Landespolizeiamtes als Fehler. „In einer Zeit, in der immer mehr von Bildung gesprochen wird, hier zu streichen, ist kontraproduktiv“, sagt GdP-Landesgeschäftsführer Karl-Hermann Rehr. Seit mehr als 60 Jahren sei der Verkehrskasper der erste Kontakt von Kindern mit der Polizei und leiste wichtige Arbeit in der Verkehrs-, Kriminal- und Gewaltprävention.

Überlegungen, die Bühnen an private Puppenspieler zu übertragen, erteilt Rehr eine Absage: „Eine Studie der Hochschule der Polizei Münster kommt eindeutig zum Ergebnis, dass der Einsatz praxiserfahrener Polizeibeamter erforderlich ist.“ Andere Bundesländer hätten dies erkannt: In Hamburg habe jede Direktion ein eigenes „Polizeitheater“, in Nordrhein-Westfalen gibt es mehr als 50 Handpuppenbühnen.

SPD-Innenexperte Kai Dolgner will zunächst abwarten, bis die Polizei ihr Konzept vorgelegt hat. CDU-Landesvorsitzender Ingbert Liebing spricht schon jetzt von einem „kruden Vorhaben“. Der Verkehrskasper sei ein wichtiger Sympathieträger für die Polizei. „Im Hinblick auf die steigende Anzahl von Flüchtlingskindern kann der Kasper auch ein Türöffner für die Polizei zu Kindern aus anderen Kulturkreisen sein“, sagt Liebing. Bastian Modrow

LN

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