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Landesregierung will an Lübecks Medizin-Uni sparen

Lübeck/Kiel Landesregierung will an Lübecks Medizin-Uni sparen

20 Millionen Euro sind das Planziel. Es drohen die Schließung von Instituten und der Abbau von Professorenstellen. Auf dem Campus herrscht Alarmstimmung.

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Im Frühsommer 2010 kämpfte Lübeck für den Erhalt seiner Uni.

Quelle: Lutz Roessler

Lübeck/Kiel. Keine fünf Jahre ist es her, dass CDU und FDP die Medizinerausbildung in der Hansestadt schließen wollten. Nur massive Proteste verhinderten das. Doch jetzt will auch die Kieler SPD-Grünen- SSW-Nachfolgeregierung Hand an die Uni legen.

20 Millionen Euro will sie bei der Hochschulmedizin einsparen, einen großen Teil am Campus Lübeck. Es droht die Schließung ganzer Institute und der Abbau von Professorenstellen.

Es ist ein unscheinbarer Absatz im „Bericht des Landes Schleswig- Holstein an den Stabilitätsrat“, der im Auftrag von Bund und Ländern über den Kieler Sparkurs und die Einhaltung der Schuldenbremse wacht. Doch der hat es in sich.

Unter der laufenden Nummer 21 kündigen SPD, Grüne und SSW dem Rat unter der Überschrift „Neuordnung der Hochschulmedizin“ ein ganz besonderes Sparvorhaben an. So sollen die Unis Kiel und Lübeck schon 2016 durch eine stärkere „institutionelle Zusammenarbeit“ in einem „campusübergreifenden Zentrum“ drei Millionen Euro einsparen.

Doch das ist noch nicht alles. „Durch standortübergreifende Zusammenlegung von Kliniken und Instituten und dem damit verbundenen Abbau von strukturbildenden Professuren können ab 2018 weitere Einsparungen erzielt werden. Bis 2020 wird der Zuschuss daher um weitere fünf Millionen Euro abgesenkt“, heißt es im Bericht. Dem Vernehmen nach steht unter anderem die Lübecker Mikro-Biologie auf der Kippe. Noch einmal zwei Millionen Euro sollen gespart werden, indem weniger Professoren für die Forschung berufen werden. Macht zusammen zehn Millionen Euro. Weitere zehn Millionen soll das UKSH sparen.

Die Unis wurden davon offenbar kalt erwischt. In Lübeck herrscht Alarmstimmung. Müsse man hier auch nur fünf Millionen Euro davon übernehmen, würde das eine Kürzung des 28-Millionen-Euro- Haushalts um fast 18 Prozent bedeuten. „Unvorstellbar“, so das Urteil auf dem Campus. Schon in den letzten Jahren habe das Land höhere Kosten der Hochschule nicht mehr ausgeglichen. Jetzt werde auch noch in die Freiheit der Hochschulen bei der Berufung von Professoren eingegriffen.

Die FDP will SPD, Grüne und SSW in der Landtagssitzung nächste Woche auffordern, die Kürzungspläne zurückzunehmen. Ansonsten dürfte vor allem in Lübeck die Schließung von Instituten drohen, warnt Fraktionsvize Christopher Vogt, Studenten müssten nach Kiel pendeln. CDU-Fraktionschef Daniel Günther hält die Pläne ebenso für „unmöglich“, die Regierung habe den Unis schon die Bafög-Millionen des Bundes vorenthalten.

SPD-Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer betont, die Beratungen würden noch andauern, die Unis seien eingebunden. Sie wüssten aber, dass gespart werden müsse und Strukturveränderungen anstünden. Ob es dabei zur Schließung von Abteilungen kommt, werde sich im Frühjahr zeigen.

Wolfram Hammer

2010: Eine Stadt wehrt sich gegen das Land

Im Frühsommer 2010 kämpfte Lübeck für den Erhalt seiner Uni. Die CDU-FDP-Landesregierung hatte in ihrer Spar-Kommission beschlossen, die Mediziner-Ausbildung abzuwickeln. Kurz darauf prangten überall in der Stadt die schwarz-gelben Protest-Plakate. Am 16. Juni zogen 14000 Demonstranten vors Kieler Landeshaus. Das alles ließ die knappe Ein-Stimmen-Mehrheit der Koalition bröckeln. Als am 8. Juli der Bund erklärte, den Landeshaushalt um einige Millionen fürs Geomar entlasten zu wollen, zogen CDU und FDP ihre Sparpläne zurück.

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