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Norddeutschland Lebenslang für Haaler Doppelmord
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21:25 21.12.2015
Fällte das Urteil: Richter Jörg Brommann. Quelle: Frank Peter

Der zwölftägige Indizienprozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf dem Pferdehof in Haale endete gestern mit der Höchststrafe: Wegen zweifachen Mordes verurteilte die Kieler Schwurgerichtskammer den Angeklagten Dennis N. (29) zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellte darüber hinaus die besondere Schwere der Schuld fest. Die Folge für den hoch verschuldeten Kfz-Mechaniker aus Beringstedt (Kreis Rendsburg-Eckenförde): Er kann nach 15 Jahren Verbüßung nicht mit vorzeitiger Haftentlassung auf Bewährung rechnen.

Laut Urteil habe Dennis N. am 18. November 2014 mit der Tötung von Mutter und Tochter eine Veruntreuung von 7900 Euro verdunkeln und so seinen wirtschaftlichen Ruin aufschieben wollen. Bis ins Jahr 2012 zurück reichte die verhängnisvolle Entwicklung des nicht vorbestraften, als nett und freundlich geltenden Angeklagten, die der Vorsitzende Jörg Brommann in der zweistündigen Urteilsbegründung nachzeichnete. Damals versuchten Dennis N. und seine Verlobte, mit 9000 Euro Eigenkapital ihren Traum vom Eigenheim und der eigenen Autowerkstatt zu erfüllen.

Mit den Kreditraten für das 150000-Euro-Projekt gerieten sie bald in Verzug, zumal der Automechaniker den Meisterlehrgang nicht schaffte, die Auftragslage einbrach und später auch noch seine Partnerin arbeitslos wurde. Da hätte der Mord an der Pferdehofbetreiberin Regina F. (57) und ihrer Mutter (83) auch nicht weitergeholfen, argumentierte die Verteidigung, die Freispruch forderte und bereits Revision angekündigt hat.

Doch während andere Gläubiger auf Distanz blieben, machte die als resolut bekannte Regina F. persönlich Druck, hieß es im Urteil. „Ihre Geduld war erschöpft“, sagte Brommann. „Der Angeklagte stand mit dem Rücken zur Wand.“ Ihre Strafanzeige hätte eine Lawine gegen ihn ins Rollen gebracht. Die Tötung, so das Urteil, trage „den Charakter eine Hinrichtung“.

Nach Überzeugung der Kammer erfolgte die Tat geplant und zumindest im Fall von Regina F. heimtückisch: Die Hofbesitzerin habe gerade mit der Forke in der Hand das abendliche Stallritual begonnen, als sie von hinten der erste Schuss in den Rücken traf. Ihrer später hinzukommenden Mutter habe Dennis N. die Kehle durchgeschnitten und ihr anschließend einen Schuss in den Hinterkopf versetzt.

Anschließend legte der Täter Feuer. Messer und Schusswaffe blieben verschwunden. Die Kammer berief sich jedoch auf eine Kette belastender Indizien.

Thomas Geyer

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