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Norddeutschland Lebt das RAF-Trio am Mittelmeer?
Nachrichten Norddeutschland Lebt das RAF-Trio am Mittelmeer?
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20:54 13.11.2017
Dieses Bild zeigt laut Polizei vermutlich die Ex-RAF-Terroristen Burkhard Garweg (vorn) und Ernst-Volker-Staub in einem Bus in Osnabrück. Quelle: Foto: Lka
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Hannover

Es sei nicht auszuschließen, dass die Ex-RAF-Mitglieder Ernst-Volker Staub (63), Burkhard Garweg (49) und Daniela Klette (59) in Italien, Frankreich oder Spanien Unterschlupf gefunden haben, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) gestern mit. Möglicherweise können die drei ehemaligen Linksterroristen auf alte Netzwerke Gleichgesinnter wie die baskische ETA oder die Roten Brigaden in Italien zurückgreifen. Staub wurde angeblich auch auf einem Campingplatz in Norditalien gesehen. Ein weiterer möglicher Aufenthaltsort könnten laut LKA die Niederlande sein, wo bereits umfangreicher nach dem Trio gefahndet wurde. Mit bislang unveröffentlichten Tatvideos startete das LKA gestern einen neuen Fahndungsaufruf nach dem Trio, das es für mindestens neun Raubüberfälle in Norddeutschland verantwortlich hält. Eine Videosequenz zeigt Staub und Garweg bei einem Überfall in Hildesheim, auf einer zweiten sind die beiden in einem Bus in Osnabrück zu sehen, als sie auf dem Weg zum Kauf eines Gebrauchtwagens sind, den sie für einen der Überfälle benötigten. Zuletzt schlugen sie im Juni 2016 in Cremlingen bei Braunschweig zu.

Trotz intensiver Fahndung gab es bislang keinen entscheidenden Hinweis in Deutschland. Dennoch könnten die drei sich auch hier aufhalten. Die Gebiete um Bielefeld, Porta Westfalica und Osnabrück sind für die Fahnder wegen Gebrauchtwagenkäufen durch das Trio von besonderem Interesse.

Garweg, Klette und Staub gehören zur „dritten RAF-Generation“. Auf deren Konto sollen mehrere Morde gehen, so an Deutsche- Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Mit Terror haben die kriminellen Taten des Trios wohl nichts mehr zu tun, eher mit der Altersvorsorge. „Das Leben in der Illegalität ist wesentlich teurer als ein legales Leben“, sagte Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock vor kurzem dem „Spiegel“. Die Beute aus den Überfällen soll bei etlichen hunderttausend Euro liegen. Mit den neuen Fahndungsbildern könnten sie aufgespürt werden, hoffen die Ermittler.

Von Michael Evers

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