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Norddeutschland Lehrer in US-Haft: Sex mit Kind gebucht
Nachrichten Norddeutschland Lehrer in US-Haft: Sex mit Kind gebucht
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11:31 29.08.2013
"Wir ermitteln wegen der Verabredung zum sexuellen Missbrauch von Kindern". Oberstaatsanwältin Birgit Heß Quelle: dpa
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Rendsburg

Schwere Vorwürfe gegen einen Lehrer aus Rendsburg: Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 51-Jährigen vom Helene-Lange-Gymnasium wegen des Verdachts der Verabredung zum sexuellen Missbrauch von Kindern und des Besitzes kinderpornografischer Schriften. Der Pädagoge war in den Sommerferien in den USA festgenommen worden und sitzt dort in Untersuchungshaft. Offenbar war er auf ein Lockangebot der amerikanischen Bundespolizei FBI hereingefallen.

Dem Pädagogen wird vorgeworfen, über eine einschlägige Internetseite eine Reise in die USA inklusive der in der Rubrik „special offers“ enthaltenen Angebote zum sexuellen Missbrauch von Kindern gebucht zu haben. Diese Reise hatte offensichtlich das FBI selbst angeboten, um Pädophile dingfest zu machen. Mit Kindern ist Carsten P. nicht in Kontakt gekommen, weil er unmittelbar nach der Landung in Tucson im Bundesstaat Arizona festgenommen wurde. Von dort aus wollte er Medieninformationen zufolge weiter nach Mexiko reisen.

Die Behörden im Norden wurden von den USA mittlerweile eingeschaltet. „Wir ermitteln wegen der Verabredung zum sexuellen Missbrauch von Kindern und des Verdachts auf den Besitz kinderpornografischer Schriften“, bestätigte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Bei einer Durchsuchung der Wohnräume des Mannes wurden Speichermedien und andere Unterlagen sichergestellt, die derzeit ausgewertet werden.

In einem Elternbrief hat Berthold Kayma, Schulleiter des Gymnasiums, Kollegen, Eltern und Schüler über den Fall informiert und gebeten, etwaige Vorkommnisse zu melden. „Es hat weder Beschwerden über den Studienrat gegeben, noch sind Hinweise oder Auffälligkeiten an uns herangetragen worden“, sagte Kayma. Zuvor war der 51-Jährige, der seit 1989 im schleswig-holsteinischen Schuldienst tätig ist, an der Alfred-Nobel-Gemeinschaftsschule in Geesthacht tätig. Aber auch dort habe es nie Beschwerden gegeben, die einen Pädophilie-Verdacht hätten aufkommen lassen, sagte Schulleiter Jan Rüder den LN.

Das Kieler Bildungsministerium hat bereits Kenntnis von den Ermittlungen. „Wir stehen in einem Austausch mit der Staatsanwaltschaft“, sagte Sprecher Thomas Schunck. Die Behörde werde sich nach der Akteneinsicht ein Bild machen und gegebenenfalls disziplinarische Maßnahmen ergreifen. Es werde jetzt auch geprüft, „ob eventuelle Vorfälle aus der Vergangenheit im Licht der aktuellen Ereignisse neu bewertet werden müssen“, sagte Schunck.

Lockangebote, auf die Carsten P. offensichtlich hereingefallen ist, sind in den USA eine gängige Ermittlungsmethode „Der deutsche Rechtsstaat lässt so etwas aber nicht zu. Unsere Behörden dürfen nicht zu Straftaten anstiften“, erklärt Uwe Keller, Sprecher des Landeskriminalamtes. Ob Carsten P. nach Abschluss der Ermittlungen nach Deutschland ausgeliefert wird, ist laut Kieler Staatsanwaltschaft noch nicht entschieden. In Amerika würde ihm eine extrem lange Haftstrafe drohen.  gsc/ov

LN

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