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Norddeutschland Lehrer klagen gegen verlängerte Arbeitszeiten
Nachrichten Norddeutschland Lehrer klagen gegen verlängerte Arbeitszeiten
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21:23 07.09.2016
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Schleswig/Kiel

Arbeiten Schleswig-Holsteins Lehrer zu viel? Das Verwaltungsgericht Schleswig muss der Frage jetzt nachgehen. Es wird den Ball womöglich ins Bildungsministerium zurückspielen.

Die mündliche Verhandlung gestern in Saal 1: Geklagt haben drei Gymnasiallehrer mit Unterstützung ihrer Gewerkschaft, des Philologenverbandes. 2010 schon hatte das Land die Pflichtstundenzahl für sie von 24,5 auf 25,5 heraufgesetzt. Damals protestierten sie nur. Im letzten Jahr aber kippte das Verwaltungsgericht Lüneburg eine ähnliche Anhebung in Niedersachsen. Begründung: Das Land habe zuvor nicht ermittelt, wie belastet die Lehrer wirklich seien. Auch der Philologenverband im Norden witterte Morgenluft. Die Belastung der Lehrkräfte habe ein unerträgliches Ausmaß angenommen, die Unterrichtsqualität leide.

Ob diese Klage rechtlich jetzt so zulässig ist, darüber gab es zum Auftakt der Verhandlung ein Tauziehen. Ganz ausgesungen ist das Thema noch nicht. Das Gericht will darüber jetzt beraten. Sollte es die Klage aber zulassen, dann könnte die Sache eine interessante Wendung nehmen, wie die Ausführungen des Vorsitzenden Richters Hartmut Meerjanssen ahnen ließen. Ob es denn nicht eine „goldene Brücke“ in dem Streit wäre, wenn sich Verband und Ministerium darauf einigen würden, die Arbeitszeitbelastung der Lehrer im Unterricht und mitsamt aller Vorbereitungzeit und anderen Verpflichtungen zu ermitteln, fragte der Richter, und das klang wie der Entwurf eines Vergleichs. Vonseiten des Ministeriums gab es darauf noch keine Reaktion – man sähe die Klagen der Lehrer dort am liebsten abgewiesen. Der Verband allerdings wäre genau damit zufrieden – mit einem „Kassensturz“ der Lehrer-Arbeitsbelastung. Womöglich könne auch das Gericht ein solches Gutachten in Auftrag geben, deutete Meerjanssen dann noch an. Er bezweifle darüber hinaus sowieso ganz grundsätzlich, ob es begründet sei, Lehrer unterschiedlich viele Stunden erteilen zu lassen, Grundschul- und Sekundarstufenlehrer mehr als Gymnasiallehrer.

Binnen 14 Tagen soll jetzt feststehen, welchen Tenor das Urteil am Ende haben wird.

W. Hammer

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