Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Leiche am Nord-Ostsee-Kanal wahrscheinlich vermisster Rentner
Nachrichten Norddeutschland Leiche am Nord-Ostsee-Kanal wahrscheinlich vermisster Rentner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 23.10.2013
Bei einer Schnitzeljagd per GPS entdeckte ein Passant im Unterholz am Nord-Ostsee-Kanal eine Leiche - höchstwahrscheinlich ist es der Vermisste. Quelle: dpa
Kiel

Drei Wochen nach dem spurlosen Verschwinden eines mutmaßlich ermordeten Kieler Rentners ist ein männliche Leiche am Nord-Ostsee-Kanal entdeckt worden. Dabei handle es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um den vermissten 82-Jährigen, teilten die Kieler Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch nach der Obduktion in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Letzte Sicherheit werde ein DNA-Test bringen, dessen Ergebnis frühestens am Donnerstag vorliege. Zur Todesursache und zum Todeszeitpunkt könnten noch keine Angaben gemacht werden. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Ein 45-jähriger Mann aus dem Umfeld des Rentners sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Die Leiche, über deren Fund zuerst NDR 1 Welle Nord berichtet hatte, lag in der Uferböschung der nördlichen Kanalseite nahe der Levensauer Hochbrücke - nur etwa sechs Kilometer von Kiel-Suchsdorf entfernt, wo am 4. Oktober der Rentner Klaus-Heinrich Just verschwand. Ein Passant, der als sogenannter Geocacher quasi auf elektronischer Schnitzeljagd per GPS war, hatte den im Unterholz versteckten Toten zufällig entdeckt und am Dienstagabend die Polizei alarmiert. Der Leichnam zeigte bereits Verwesungsspuren.

Der in Untersuchungshaft sitzende Mann stammt aus dem Umfeld des Rentners, die Frau der Verdächtigen arbeitete als Haushaltshilfe für ihn. Der Inhaftierte ist laut Polizei unter anderem wegen Diebstahls vorbestraft, nicht aber wegen Gewaltdelikten. Der 45-Jährige soll nach dem Verschwinden des Rentners mit dessen EC-Karte in Kiel, in Burglengenfeld in Bayern und in Alsleben in Sachsen-Anhalt Geld abgehoben haben.

Vor einer Woche hatte die Polizei Hilfe in dem Vermisstenfall durch die Fernsehzuschauer gesucht. Nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ erhielten die Ermittler mehr als 50 Hinweise aus dem gesamten Bundesgebiet. Mehr als 20 Beamte der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Kiel sind mit dem Fall befasst. Bei der Suche nach dem Rentner wurde auch ein Hubschrauber eingesetzt - ohne Erfolg.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!