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Norddeutschland Leiche im Fußboden: Koch gesteht
Nachrichten Norddeutschland Leiche im Fußboden: Koch gesteht
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20:31 11.05.2016
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Hamburg

. Mehr als zwei Jahre lang bekommt ein Gastwirt in Hamburg Besuch von einem Schutzgelderpresser. Widerwillig zahlt der Koch, monatlich mindestens 1000 Euro. Am 30. September 2015 eskaliert die Situation. Der 49 Jahre alte Erpresser kommt am späten Abend und legt eine Pistole auf den Tisch. „Wenn du nicht zahlst, geht einer von uns beiden drauf“, habe er ihm grinsend gedroht, erklärt der 52 Jahre alte Koch gestern vor dem Hamburger Landgericht. Am Ende war der Erpresser tot.

Der Fall gibt einen Einblick in die Machenschaften von Schutzgelderpressern, die unter Androhung von Gewalt Geld verlangen. Der Koch erzählt nun vor Gericht, wie er sich die Waffe gegriffen und abgedrückt habe. Die Leiche des 49-Jährigen habe er in eine Grube im Nebenraum gezogen und mit Baumaterial zugedeckt. Sieben Wochen später findet die Polizei die Leiche.

Der Koch ist wegen Totschlags angeklagt. Die Staatsanwaltschaft stellt den Ablauf ganz ähnlich wie der Angeklagte in seinem Geständnis dar. Demnach sei der Koch in Rage geraten, als der 49-Jährige die beiden Töchter ins Spiel gebracht habe. Die halfen im Sommer beim Bedienen. Wenn er nicht genug Geld habe, könnten doch die Töchter „arbeiten“ gehen, habe der 49-Jährige gesagt. Damit sei gemeint gewesen, er solle sie auf den Strich schicken, erklärt der Angeklagte. Wütend habe er den Tisch umgeworfen. Bei dem Gerangel habe er die Pistole zu fassen gekriegt.

2012 sei der Erpresser das erste Mal gekommen. „Er war ein Schwätzer, der sich nicht abwimmeln ließ“, erklärte der Angeklagte. Mitte 2013 ging es erstmals um Geld. Von da an musste er zahlen, insgesamt 25 000 Euro. Wenn er sich weigerte, gab’s Probleme. Männer bepöbelten die Gäste, Scheiben wurden eingeschlagen.

Der Koch warf die Pistole in die Elbe, ging zurück ins Lokal und ließ die Leiche in der Grube verschwinden, in der ein Fettabscheider installiert werden sollte. Zur Tarnung verlegte er im Lokal einen neuen Fußboden. Im Gerichtssaal hat der 52-Jährige viele Sympathien auf seiner Seite. Eine ältere Zuschauerin, die einmal im Lokal zu Gast war, sagt vor dem Gerichtssaal über ihn: „Er war nur nett und sympathisch.“ Und die Publizistin Peggy Parnass (81) meint: „Hoffentlich wird er freigesprochen und kocht wieder.“

LN

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