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Norddeutschland Leser diskutieren Pläne für das Fehmarnbelt-Gleis
Nachrichten Norddeutschland Leser diskutieren Pläne für das Fehmarnbelt-Gleis
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21:22 16.09.2013

Lübeck — Zu den LN-Berichten „Neue Bürgerinitiative kämpft für Beltschiene über Dänischburg“ (12. 9.) und „Sieben Jahr Bahn-Lärm?“ (15. 9.) erreichte uns eine Flut von Leser-Zuschriften:

Aber alles schreit

Da ergibt sich endlich mal die Chance, die Autobahnen zu entlasten, indem eine Menge Güterverkehr von der Straße weg auf die Schiene verlagert wird. Aber alles schreit empört auf, wenn dafür eine neue Bahnstrecke gebraucht wird, die durch Vor- und Nachbarstädte führt. So ähnlich war es nach der Wende, als Lübeck-Blankensee wieder seine Funktion als Regionalflughafen bekommen sollte. Für die Bewohner von Hubertus und Groß-Grönau war das der Alptraum schlechthin. Und heute? Man hört nicht mehr so viel davon.

Thomas Pfadt, Lübeck

Die Fähren aufrüsten

Haben die Verantwortlichen, die die feste Fehmarnbeltquerung so vehement vorantreiben wollen, sich eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn diese Querung mal in die Jahre kommt und grundlegend saniert werden muss? Das kann schneller als gedacht geschehen. Nach einem derartigen Desaster wäre Skandinavien wohl nicht mehr überlebensfähig. Abhilfe: Ausstieg aus dem Vorhaben FFBQ. Die Fähren nach neustem Stand der Technik aufrüsten. Nötige Ersatz-Querungen über den Nord-Ostsee-Kanal werden auf jeden Fall erheblich preiswerter.

Jörg Kalina, Ratekau

Magere Jahre

Wir Bewohner des „echten Nordens“ sollten uns allmählich auf etwas magerere Jahre einstellen — zumindest diejenigen von uns, die vom Tourismus leben! Da wird verbissen über Projekte wie die Beltquerung und die Bahntrasse oder eine zweite Fehmarnsundbrücke gestritten, obwohl die reale Verkehrssituation Vorrang haben sollte. Die sieht nämlich so aus, dass anreisende Gäste von einer Baustelle in die nächste schleichen, um endlich im „echten Norden“ anzukommen! Es möge mir bitte keiner erzählen wollen, dass sich das in naher Zukunft ändert. Dagegen spricht allein der Rückbau der Baustelle auf der A 1, auf der der ganze Spaß ab Frühjahr 2014 neu beginnt.

Jörg Liedtke, Grömitz

„Nur“ Anwohner

Es ist wirklich nicht schön, dass die Ostseebäder diesen Lärm von 78 Güterzügen aushalten sollen! Aber liegen die Bahnhöfe nicht ziemlich außerhalb der Orte? Die X-Trasse, die uns Ratekauer entlasten könnte, wird von unserem Bürgermeister abgelehnt, da es ja anderen Orten seiner Gemeinde schaden könnte! Wir sind ja auch keine Touristen, sondern nur Anwohner, die ihre Lebensqualität erhalten möchten!

Regina Rackow, Ratekau

Unwichtige Querung

Das aktuelle Verkehrsdesaster auf der Jütlandstrecke, das die hiesige Wirtschaft bereits jetzt Millionen kostet, stellt unter Beweis, wie unwichtig die Fehmarnbeltquerung für den Handel mit Skandinavien in Wirklichkeit ist. Nur wenn die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke für die aktuellen 80 Güterzüge vollkommen ausfallen sollte, kann die Fehmarnbeltquerung für den skandinavischen Zugverkehr alternativlos werden. Das derzeitige Stau-Desaster in Rendsburg illustriert doch bestens die Tatsache, dass 75 Prozent aller Exportgüter Dänemarks aus der Boomregion Jütland stammen und nicht aus Kopenhagen.

Dr. Jörn Funck, Sereetz

Eine Lösung suchen

Dem Kommentar von Curd Tönnemann „Nur gemeinsam stark“ (12.9.) muss man zustimmen, wenn er fordert, in der Frage der Trasse für die Hinterlandanbindung an einem Strang zu ziehen. Das genau ist das Ziel der Initiative „Ja zur X-Trasse“. Sie will anstelle einer fruchtlosen Totalverweigerung eines Projekts eine Lösung für die 4500 Einwohner in Ratekau, die auch von den Bädergemeinden und der Stadt Bad Schwartau getragen wird. Dabei folgt sie, anders als ihr unterstellt wird, eben nicht dem St.-Florians-Prinzip. Sie hat sich mehrfach vor Ort in Dänischburg umgesehen, um die Situation dort einschätzen zu können.

Dr. Karl-Friedrich Warner, Ratekau

Bestandsgleis ausbauen

Der Standpunkt Ratekaus ist nachvollziehbar. Wo auch immer die Züge fahren, werden sich Anwohner vom Lärm gestört fühlen. Bei der Idee der X-Trasse kommt neben den kaum vertretbaren Neubaukosten hinzu, dass wieder Naturflächen zerschnitten werden. Insofern ist der Ausbau des Bestandsgleises eindeutig zu bevorzugen.

Gebhard von Kries, Neuss

Perfide Provokation

Seit fast 60 Jahren wohne ich in Dänischburg unmittelbar an der Bahnlinie Lübeck—Travemünde, die bereits um ein zweites Gleis erweitert wurde. Seit Jahren schon schlafe ich mit Gehörschutz. In der Nacht ein geöffnetes Fenster? Nicht möglich! Die neu gegründete Bürgerinitiative „Ja zur X-Trasse“ empfinde ich als perfide Provokation. Christiane Schumann, Lübeck

LN

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