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Norddeutschland Letzte Zweifel ausgeräumt: Dänen bauen den Belttunnel
Nachrichten Norddeutschland Letzte Zweifel ausgeräumt: Dänen bauen den Belttunnel
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00:32 05.03.2016
Die Fahrt durch den Tunnel wird im Auto zehn Minuten, mit der Bahn sieben Minuten dauern. Quelle: Femern A/S
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Kopenhagen/Puttgarden

Die Entscheidung ist gefallen: Die Dänen bauen am Fehmarnbelt den längsten Absenktunnel der Welt. Dafür hat eine parlamentarische Mehrheit im Kopenhagener Folketing der Regierung grünes Licht gegeben. Das teilte Dänemarks Transportminister Hans Christian Schmidt (Venstre) gestern mit. „Ich finde, dass dieses Projekt wieder in der richtigen Spur ist“, sagte Schmidt erleichtert. Zuletzt hatte das Milliardenprojekt wegen Verzögerungen und höherer Kosten scheinbar auf der Kippe gestanden.

„Eine gute Nachricht für Dänemark und Schleswig-Holstein“, reagierte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). „Wir werden jetzt auf unserer Seite unseren Job tun.“ Auch die FDP begrüßte „dieses klare Signal aus Kopenhagen sehr – allen grünen und teilweise roten Unkenrufen zum Trotz“. CDU-Fraktionschef Daniel Günther forderte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auf, mit einem formellen Kabinettsbeschluss zur Unterstützung der Fehmarnbelt-Querung nachzuziehen. Und alle Querungs-Gegner sollten der Kopenhagener Entscheidung „nicht länger mit Fundamental-Opposition begegnen“.

Mit dem gestrigen Beschluss haben die dänischen Planer von Femern A/S freie Bahn: Sie können mit den bevorzugten Bieterkonsortien in finale Verhandlungen treten. Am Ende steht die Unterschrift unter die Verträge. Sie muss bis Mai geleistet sein. Sonst sind die Unternehmen, die aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien stammen, nicht mehr an ihre Kalkulation gebunden. Die Verträge ständen hinsichtlich der Aufnahme der Arbeiten unter dem Vorbehalt der deutschen Baugenehmigung, teilte Femern A/S mit.

Durch Verzögerungen in der Planung wird mit einem Baubeginn nicht vor 2019 gerechnet. Halten die Dänen diesen Termin nicht ein, werden die Bauunternehmen mit 40 Millionen Euro entschädigt.

„Wir müssen uns jetzt voll darauf konzentrieren, Kontakt zu den deutschen Behörden zu halten“, sagte Schmidt. Auf deutscher Seite liegt nicht einmal der Planfeststellungsbeschluss vor – das ist die Baureife. Es gilt, 3100 Einwendungen gegen den Tunnel zu beantworten. Meyer: „Das muss sauber abgearbeitet werden.“ Der Minister rechnet mit dem Planfeststellungsbeschluss nicht vor Ende 2017. Sollten Projektgegner vor Gericht ziehen, ist mit einer Verzögerung von ein bis zwei Jahren zu rechnen. Der Nabu will sich „mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln“ wehren, kündigte ein Sprecher bereits an. Die Grünen bekräftigten ihre Skepsis. „Solange nicht geklärt ist, wer das finanzielle Risiko trägt, ist die heutige Erklärung nicht mehr wert als das Papier, auf dem sie geschrieben steht. Das ist bekanntlich geduldig“, sagte Andreas Tietze.

Chronologie der Planung

1960 haben die Skandinavier erstmals die Idee, eine Brücke nach Deutschland zu bauen.

1992 einigen sich Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) und sein dänischer Kollege Kaj Ikast darauf, Voruntersuchungen für den Bau einer festen Fehmarnbeltquerung einzuleiten.

1999 legen Dänemark und Deutschland eine Machbarkeitsstudie mit acht Varianten für eine feste Querung vor.

2005 verständigen sich Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und Anders Fogh Rasmussen auf eine Initiative zum Bau.

2008 unterzeichnen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und seine dänische Kollegin Carina Christensen den Staatsvertrag.

Von Curd Tönnemann

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