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Norddeutschland So lässt sich Stress minimieren
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06:00 15.03.2019
Die Coaches Dirk Schippel und Nadine Lehnhardt geben Tipps, wie sich Stress im Alltag minimieren lässt. Quelle: Agentur 54° / Felix König
Lübeck

 Resilienz ist heute in aller Munde. Es meint die psychische Widerstandskraft und die Fähigkeit, schwierige Lebenslagen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Für den Coach und Heilpraktiker für Psychotherapie, Dirk Schippel, und seine Kollegin Nadine Lehnhardt gehören Stress und dessen Bewältigung zum Alltag dazu.

Die Kinder sind krank, der Chef drückt mir Überstunden auf, und die Hochzeit der besten Freundin organisiert sich auch nicht von allein, sprich: Ich stecke mitten im Stress. Wie geht es mir damit?

Nadine Lehnhardt: Nicht gut wahrscheinlich. Zu allererst treten körperliche Störungen auf – man schläft schlecht ein, weil man über das nächste Meeting nachdenkt, manchmal kommen noch Bauchschmerzen dazu. Die Mittagspause wird ausgelassen, weil der Hunger ausbleibt und die Zeit zu knapp ist. Und am Ende greife ich zur Zigarette oder trinke abends ein, zwei Gläser Wein, einfach um runterzukommen.

Wie kann ich meinen Stress minimieren?

Nadine Lehnhardt: Wenn man das Gefühl hat, dass alles zu viel wird, ist es wichtig, das auch zu kommunizieren – beruflich wie privat. Ansonsten rutscht man schnell in einen Teufelskreis. Es ist wichtig, bewusst Pausen zu machen. Steckt man gerade im Meeting fest und ist gestresst, hilft notfalls auch der „Toilettentrick“. Einfach kurz entschuldigen und auf der Toilette einmal tief durchatmen. Generell ist es natürlich sinnvoll, positiv zu denken, am besten in kleinen Schritten. Hat man eine Aufgabe erledigt, kann man sich dann auch mal einen Kaffee gönnen. Toll ist es außerdem, wenn jeder im Team mit auf den anderen Acht gibt. Vielleicht kann der nette Kollege ja was abnehmen? Und: Humor ist die beste Medizin, lachen hilft einfach immer!

Was, wenn das nicht gelingt und ich ein Burnout bekomme?

Dirk Schippel: Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang, dass das Burnout keine anerkannte Krankheit ist. Vielmehr steckt hinter dem Burnout eine Depression oder Angststörung – es übermannt einen das Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit. Nun ist es aber so, dass es neben körperlichen Grundbedürfnissen wie Hunger, Durst oder Schlaf auch noch psychologische Grundbedürfnisse gibt, die zu unserem Wohlbefinden beitragen. Werden diese Grundbedürfnisse über einen längeren Zeitraum nicht erfüllt, bekommen wir Probleme und können über kurz oder lang ein Burnout, beziehungsweise eine Depression, bekommen. Da ist zum einen das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstbestimmung. Wenn ich plötzlich meinen Job verliere, geht es mir nicht gut, da ich keine Kontrolle über meinen Rausschmiss hatte. Dann ist da noch das Bedürfnis nach Lust. Sprich, wir versuchen Dinge, die wir nicht mögen, zu vermeiden. Das Bedürfnis nach Selbstwert lässt uns nach Anerkennung und Wachstum streben, weil wir uns gut fühlen, wenn wir gelobt werden. Ein ganz, ganz zentrales Bedürfnis ist jenes nach Bindung. Einsamkeit tut uns weh, das kann man sogar messen.

Wie kommt man aus diesem Gefühl der Ohnmacht wieder raus?

Dirk Schippel: Der erste Schritt ist, dass man wieder in die Eigenmacht, also ins Handeln kommen muss. Dafür muss ich mich selbst verstehen lernen und meine Gedankensoftware, mit der ich den ganzen Tag umherlaufe, überprüfen. Wir alle laufen mit einer selektiven Wahrnehmungsbrille durch die Welt. Wichtig ist aber, die Dinge auch mal aus der Vogelperspektive zu betrachten. Außerdem muss ich die richtigen Bilder im Kopf erzeugen – Stichwort Wunschdenken. Was genau möchte ich eigentlich? Gerade das ist in stressigen und von uns als negativ wahrgenommenen Situationen schwierig – aber es hilft und ist ein erster Schritt, um aus diesem Ohnmachtsgefühl wieder herauszukommen!

Josephine Andreoli

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