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Lübecker Polizist durchleuchtet alte Fälle

Kiel Lübecker Polizist durchleuchtet alte Fälle

Der Kripo-Beamte ist Mitglied der neuen „Cold Case Unit“. Seine Aufgabe ist, unaufgeklärte Tötungsfälle zu lösen.

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Torsten Pardun (53): Er ist seit 1981 Polizist und empfindet die neue Aufgabe als reizvoll. FOTO: ULF DAHL

Lübeck/Kiel. 180 unaufgeklärte Tötungsdelikte gibt es derzeit in Schleswig-Holstein. Auch ein langjähriger Lübecker Mordermittler versucht, die Täter doch noch dingfest zu machen. Es ist Torsten Pardun (53). 1981 wurde er Schutzpolizist. 1991 Wechsel zur Kripo. Studium in Altenholz. 2003 kam er nach Lübeck zur Mordkommission. Seit dem 1. Oktober 2015 ist der erfahrene Kripo-Mann Mitglied der neugegründeten „Cold Case Unit“ im Landeskriminalamt in Kiel. Zusammen mit zwei Kollegen soll er „kalte Fälle“ aufklären.

LN-Bild

Der Kripo-Beamte ist Mitglied der neuen „Cold Case Unit“. Seine Aufgabe ist, unaufgeklärte Tötungsfälle zu lösen.

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Mordermittlungen seien schon etwas ganz Besonderes, sagt Torsten Pardun. Es gehe um viel – für die Angehörigen des Opfers, aber auch für den Tatverdächtigen, dem ja lebenslänglich drohe. Da dürften keine Fehler passieren. Berufsanfänger finde man in den Mordkommissionen daher nicht. Und selbst erfahrene Beamte müssten sich erst einarbeiten. Er selber habe damals, als er in Lübeck anfing, viele Tricks und Kniffe von einem alten, noch viel länger gedienten Kollegen lernen dürfen. „Der hat mich erst zu dem gemacht, was ich als Kriminalbeamter heute bin.“

Dass am Ende all seiner Arbeit in der „Cold Case Unit“ womöglich viele der 180 Fälle doch nicht aufgeklärt werden könnten, schreckt den 53-Jährigen nicht. „Wenn ich diesen Ansatz hätte, hätte ich die Aufgabe nicht übernommen.“ Denn dass sich beharrliche Ermittlungsarbeit in einigen Fällen doch auszahlen kann, hat Pardun auch schon selber erfahren dürfen. So wurde unter seiner Leitung im Mai dieses Jahres nach 21 Jahren doch noch der Mord an einem tunesischen Autohändler und Familienvater in Lübeck aufgeklärt. Der damals 42 Jahre alte Hamadi K. war in der Nacht zum 3. Juli 1995 in seiner Wohnung in der Schützenstraße brutal erstochen worden. In diesem Fall waren es DNA-Proben, die die Kripobeamten noch Jahre später zum Erfolg führten. Nach einem elektronischen Abgleich der Proben konnte die litauische Polizei in Klaipeda einen 42 Jahre alten Verdächtigen festnehmen. Ein weiterer Tatverdächtiger wurde von der Polizei in Irland geschnappt.

Als die Meldung über die Festnahmen hereinkam, habe bei den Ermittlern in Lübeck ein großes Hallo geherrscht, berichtet Torsten Pardun. „Einfach geil“ sei das Gefühl, ein Verbrechen nach so vielen Jahren noch aufklären zu können. Der Ehefrau von Hamadi K. überbrachte er die Nachricht denn auch persönlich: „Wir haben die Täter.“

KOMMENTAR

Wichtig fürs Rechtsempfinden

Mordfälle, die jahre- und jahrzehntelang nicht aufgeklärt werden können: „Cold Case“ sagt man dazu im Englischen. Das klingt nach Krimi- Abend im Fernsehen. Doch es gibt solche Fälle auch in Wirklichkeit, auch hier im Land. 180 sind es an der Zahl.

Sie unbedingt aufklären zu wollen, ist nicht nur des allgemeinen Rechtsempfindens wegen wichtig. Hinter den Fällen stehen Schicksale. Nicht nur die der Opfer, sondern auch die der Angehörigen, die mit den Geschehnissen nicht abschließen können. Es ist deshalb auch aus diesem Grunde gut, dass das Landeskriminalamt eine eigene „Cold Case Unit“ eingerichtet hat, die die Täter doch noch dingfest machen soll, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die von Arbeitsbelastung durch aktuelle Fälle freigestellt sind. Man kann ihnen nur viel Erfolg wünschen. Ob für die wichtige Aufgabe auf Dauer drei Kriminalbeamte ausreichen, darf man aber bezweifeln, auch wenn sie mit den 35 Kollegen der Mordkommissionen im Land zusammenarbeiten sollen. Es gäbe andere Arbeitsbereiche bei der Polizei, von denen man leicht ein paar Stellen zu ihnen herüberschieben könnte – und sollte.

 Wolfram Hammer

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