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Manipulationsverdacht: Ermittlungen um Transplantationen am UKE Hamburg

Hamburg Manipulationsverdacht: Ermittlungen um Transplantationen am UKE Hamburg

Gegen das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) werden schwere Vorwürfe erhoben. Es besteht der Verdacht, dass Daten von 14 Lungenpatienten falsch angegeben wurden, um den Kranken einen schnelleren Zugang zu einem Spenderorgan zu verschaffen. Die Untersuchungen betreffen auch die LungenClinic Großhansdorf im Kreis Stormarn.

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Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist wegen des Manipulationsverdachts beim Lungentransplantationsprogramm ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft geraten.

Quelle: UKH

Hamburg. Das UKE arbeitet in einem Lungentransplantationsprogramm mit der LungenClinic Großhansdorf zusammen. Umfangreiche Originalakten der Patienten sind verschwunden. Nach Informationen des NDR Politikmagazins „Panorama 3“ ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg deshalb im UKE und in der LungenClinic Großhansdorf wegen „Aktenunterdrückung“. Darüber wird das Magazin am Dienstagabend um 21.15 Uhr im NDR Fernsehen berichten.

Die Strafermittlungen wurden den Recherchen zufolge von einem Bericht einer Überwachungskommission ausgelöst, die das Hamburger Lungentransplantationsprogramm im vergangenen Jahr überprüfte. Die Kommission aus Experten der Bundesärztekammer, des Spitzenverbandes der Krankenkassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft stellt in ihrem Bericht „Unregelmäßigkeiten“ in erheblichem Ausmaß fest. Sie untersuchte 25 Lungentransplantationen im Zeitraum 2010 bis 2012. In mehr als der Hälfte der Fälle (14) hätten die Ärzte im UKE und in Großhansdorf den Gesundheitszustand der Lungenpatienten schlechter dargestellt, als er tatsächlich war. In Anträgen bei der Vermittlungsstelle Eurotransplant auf Spenderlungen gaben die Ärzte laut dem Bericht für ihre Patienten extrem niedrige Sauerstoffsättigungswerte von teilweise weniger als 70 Prozent an. Dies zeigt einen lebensbedrohlichen Zustand an. Dadurch sollten die Patienten offenbar auf der Warteliste nach oben rutschen und als „High-Urgency-Fälle“ (Fälle mit hoher Dringlichkeit) schneller an eine gespendete Lunge kommen. Laut Überwachungskommission stehen die Daten in den Anträgen im Widerspruch zu Angaben, die sich in Kopien einiger Krankenunterlagen fänden. Darin seien beispielsweise die Gesundheitswerte der Patienten kurz vor der Antragstellung auf eine Spenderlunge mit deutlich besseren Werten notiert worden. Der Verdacht liege nahe, so der Bericht, dass der Gesundheitszustand nicht ganz so kritisch war und es somit zu einer unlauteren Bevorzugung der Hamburger Patienten kam.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft betreffen auch die LungenClinic Großhansdorf.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft betreffen auch die LungenClinic Großhansdorf.

Quelle: st

Als „ganz außergewöhnlich“ bezeichnen die Kontrolleure die Tatsache, dass die Originalakten in großem Umfang „unauffindbar“ seien. „Die fehlenden Dokumente (...) begründen den Verdacht, dass auf diese Weise systematisches Fehlverhalten der beteiligten Ärzte vor Entdeckung bewahrt werden sollte“, heißt es in dem Untersuchungsbericht. „Wir wollten in dem Bericht sehr deutlich zum Ausdruck bringen, wie einmalig der Vorgang einmal ist“, begründet Torsten Verrel die scharfe Sprache des Berichts im Interview mit „Panorama 3“. Verrel ist Professor für Strafrecht an der Uni Bonn und Mitglied der Überwachungskommission.

Bereits 2012 hatte eine Affäre um manipulierte Patientendaten die Transplantationsmedizin in Deutschland erschüttert. Brennpunkt des noch nicht endgültig aufgearbeiteten Skandals war damals die Uniklinik Göttingen.

Das UKE, das im Hamburger Lungentransplantationsprogramm die Federführung hat, sagte in einer Stellungnahme gegenüber „Panorama 3“, man „erkenne einige Kritikpunkte der Kommission an“. Allerdings bestreitet das Klinikum „Eingriffe in die Rangfolge von Patienten auf der Transplantationsliste“. Auf Anfrage von „Panorama 3“ teilt die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz mit, dass sie die Befunde der Überwachungskommission „sehr ernst“ nehme. Es würden berufsrechtliche Konsequenzen geprüft.

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